Tätigkeitsberichte

TÄTIGKEITSBERICHT DER SLV FÜR 2012/2013

Zur Vorlage bei der Hauptversammlung in Augsburg 2015

Die Seminarlehrervertretung hielt im Berichtszeitraum 5 Sitzungen ab, darunter eine als dreitägige Klausurtagung, im Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching sowie eine zweitägige in Bamberg, während der wir an dem an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg stattfindenden Kongress der Lehrerbildungszentren teilnahmen. Das Thema des 8. Bundeskongresses lautete „Leadership in der Lehrerbildung“. Dabei ging es um Fragen der Schulführung und des Bildungsmanagements, wie auch um Fragen zu Führungsaufgaben im Unterricht und die Vermittlung der dazu notwendigen Fertigkeiten und Einstellungen in den verschiedenen Phasen der Lehrerbildung. Durch die stärkere Betonung von Praxisphasen (in vielen Bundesländern durch Praxissemester bereits institutionalisiert) rückt für die Lehrerbildungszentren auch das „pädagogische Führungshandeln“ in den Blick, wobei der dort verwendete Begriff „leadership“ vom Classroom-Mangement bis zur systemischen Organisationsentwicklung gedacht wird. Die Professionalisierung der Lehrerbildungszentren sowie deren Anspruch, für alle Phasen der Lehrerbildung Ausbildungsmodule anzubieten, ist durch das Bund-Länder-Programm „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ deutlich gestiegen. Immerhin investiert der Bund in einem Zeitraum bis 2023 insgesamt eine halbe Milliarde Euro. Derzeit werden in Bayern 7 Projekte an Lehrerbildungszentren gefördert. Somit heißt es wachsam zu sein, damit die anerkannte Ausbildungsqualität unserer bayerischen Studienseminare nicht gefährdet wird. Während unserer Klausurtagung in Herrsching haben wir – auch zur Förderung des verbandsinternen Diskurses - folgende Positionen der SLV zur Kooperation der Phasen der Lehrerbildung formuliert:

„Die Seminarlehrervertretung begrüßt die Überlegungen des BPV zur Kooperation der Phasen der Lehrerbildung. Unsere Grundposition dabei bleibt: Die Universitäten müssen die fachliche Ausbildung gewährleisten. Die praktische Ausbildung hat ihren genuinen Platz im Studienseminar. Am ersten und zweiten Staatsexamen soll festgehalten werden wie bei Jura und Medizin.

1. Win-win-Situation: Bei allen Überlegungen zur Kooperation muss beachtet werden, dass nicht nur die Universität, sondern auch das Studienseminar profitiert. Ein echter Austausch auf Grundlage der KMK-Standards muss stattfinden.

2. Teilabordnung von Seminarlehrern an die Universität: Unter derzeitigen Bedingungen ist eine Teilabordnung nicht machbar. Bei Rückgang der Referendarszahlen ist eine Verwendung der SL an der Uni denkbar, um deren Potenzial zu nutzen.

3. Ganze Abordnung: Ein SL setzt zu einem Seminartermin aus und wird während des Außenseminars für zwei Semester an die Universität abgeordnet.

4. Frei werdende Seminarlehrer: Wenn künftig Seminare aufgelöst werden sollten, kann die Kompetenz der SL durch Abordnung an die Universität genutzt werden.

5. System mit Seniorpartnern: Das Lehrerbildungszentrum der Uni WÜ setzt zur Betreuung von Praktika für das Lehramt an Realschulen pensionierte Lehrkräfte als Seniorpartner ein. Diese Billiglösung sehen wir aus berufspolitischen Gründen - bei aller Achtung vor dem Engagement von Pensionisten - kritisch.“

Der Einsatz für die Beibehaltung eines qualitativ hochwertigen, schulartspezifischen 24-monatigen Vorbereitungsdiensts unter veränderten (hochschul-)politischen Rahmenbedingungen bleibt das Kerngeschäft der SLV. Die SLV wendet sich angesichts der angestrebten Änderung des Lehrerbildungsgesetzes gegen eine Zugangsbeschränkung zum Referendariat sowie gegen eine Kürzung des Budgets/der Stellen für den Vorbereitungsdienst.

Um dies in gemeinsamer Anstrengung zu erreichen, arbeiteten Mitglieder der SLV zudem in anderen Gremien und Arbeitskreisen mit, z. B. im Bildungsbeirat, im AK-Vorbereitungsdienst und im Bundesarbeitskreis der Seminarlehrer- und Fachleiter/innen e.V. (48. Bundeskongress des BAK in Oldenburg). Zusätzlich gab es Info-Veranstaltungen der SLV auf Bezirksebene.

Besonders konstruktiv verläuft die Zusammenarbeit im AK Lehrerbildung mit RJV und Studierendenvertretern unter der Leitung von Michael Demel.
Für ihr Engagement möchte ich meinen Kollegen in der SLV, ganz besonders meinen beiden Stellvertretern, Georg Münzhuber und Richard Sauerer herzlich danken. Mein Dank gilt zudem den Mitgliedern im HV, die sich für die Lehrerbildung einsetzen sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle - allen voran Frau Schafbauer.

Nürnberg, den 22.10.2015

Elke Rudolph, Sprecherin der SLV

TÄTIGKEITSBERICHT DER SLV FÜR 2012/2013

Zur Vorlage bei der Hauptversammlung in Würzburg 2014

Die Seminarlehrervertretung hielt im Berichtszeitraum 4 Sitzungen ab, darunter eine als dreitägige Klausurtagung, während der wir im Gymnasium Leopoldinum tagen durften. Dort konnten wir uns an einem geschichtsträchtigen Ort auf das zweite Nomen des Kompositums LehrerBILDUNG besinnen. Das Referendariat ist ja weder ein permanentes Assessmentcenter, noch ein reines Training on the Job.

Insofern ist der Einsatz für die Beibehaltung eines qualitativ hochwertigen, schulartspezifischen 24-monatigen Vorbereitungsdiensts unter veränderten (hochschul-)politischen Rahmenbedingungen das Kerngeschäft der SLV. In diesem Zusammenhang hat sich die SLV eingehend mit dem Praxissemester, das in vielen Bundesländern bereits fest etabliert ist und in Bayern in der Diskussion um die Lehrerbildung in der Formulierung „größere Praxisanteile während des Studiums“ auftaucht, auseinander gesetzt. Das Praxissemester ist im Kontext mit der vom Kabinett angestrebten Polyvalenz für Lehramtsstudierende – die natürlich von der SLV grundsätzlich begrüßt wird – zu sehen. Hier ist für die berufspolitische Perspektive wichtig, dass Studierende für das Lehramt an Gymnasien zusätzlich zum Staatsexamen einen Master of Science oder einen Master of Arts erwerben können.

Der Master of Education (mit verpflichtendem Praxissemester) ist dem vertieften Studium zweier wissenschaftlicher Fächer nicht angemessen und stellt zudem der Einstieg in die Nivellierung der Lehrämter dar. Selbstverständlich sollen die Lehramtsstudenten durch verstärkte Beratung zu Beginn und während des Studiums bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt werden. Die avisierte Berufsorientierung ist durch die gegenwärtig in der LPO I vorgesehenen studienbegleitenden Praktika in Kooperation zwischen Schule und Universität bereits gegeben. Ein Praxissemester ist unnötig und gefährdet die angestrebte Polyvalenz für Gymnasiallehrer. Für den bildungspolitischen Diskurs über die Ländergrenzen hinweg bleibt es wichtig festzuhalten, dass durch den 24-monatigen Vorbereitungsdienst an den bewährten bayerischen Studienseminaren eine reflektierte und theoriegestützte praxisnahe Ausbildung garantiert wird, die den KMK-Standards für die Lehrerbildung genügt. Die SLV wendet sich zudem gegen eine Zugangsbeschränkung zum Referendariat sowie gegen eine Kürzung des Budgets/der Stellen für den Vorbereitungsdienst.

Im Kampf gegen die Aushöhlung des Referendariats von innen durch Verschlechterung der Rahmenbedingungen (Kürzung der Anrechnungsstunden, große Seminare, Satellitenseminare, zu hoher Stundeneinsatz im 2. AA) konnte mit der angekündigten Abschaffung des eigenverantwortlichen Unterrichts im 3. Ausbildungsabschnitt in „Nicht-Mangelfächern“ ein kleiner Erfolg durch die geschlossene Verbandsarbeit erzielt werden. Selbstverständlich müssen in Zusammenarbeit mit den einschlägigen Verbandsgremien eine flächendeckende Abschaffung des eigenverantwortlichen Unterrichts im 3. Ausbildungsabschnitt sowie die Verbesserung der Situation an den Studienseminaren und der Arbeitsbedingungen für Seminarlehrer unser Ziel sein.

Um dies in gemeinsamer Anstrengung zu erreichen, arbeiteten Mitglieder der SLV zudem in anderen Gremien und Arbeitskreisen mit, z. B. im Bildungsbeirat, im AK-Vorbereitungsdienst und im Bundesarbeitskreis der Seminarlehrer- und Fachleiter/innen e.V. (47. Bundeskongress des BAK in Berlin) mit. Zusätzlich gab es Info-Veranstaltungen der SLV auf Bezirksebene.
Besonders hervorzuheben ist im Berichtszeitraum die fruchtbare Zusammenarbeit im AK Lehrerbildung mit RJV und Studierendenvertretern unter der Leitung von Michael Demel.
Angesichts der desaströsen Einstellungssituation für viele Fächerkombinationen wurden alternative Beschäftigungsmöglichkeiten im Rahmen der beruflichen Schulen – insbesondere der beruflichen Oberschulen - ausgelotet.

Für ihr Engagement möchte ich meinen Kolleginnen und Kollegen in der SLV, insbesondere meinen beiden Stellvertretern, Georg Münzhuber und Richard Sauerer herzlich danken. Mein Dank gilt zudem den Mitgliedern im HV, die sich für die Lehrerbildung einsetzen sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle - allen voran Frau Schafbauer.

Nürnberg, den 26.10.2014
Elke Rudolph, Sprecherin der SLV

TÄTIGKEITSBERICHT DER SLV FÜR 2011/2012

Zur Vorlage bei der Hauptversammlung in München 2012

Die Seminarlehrervertretung hielt im Berichtszeitraum 3 Sitzungen ab, darunter eine als dreitägige Klausurtagung 12.7. -14.7. 2011.
Zu den traditionellen Aufgaben:

  • Kampf gegen die Aushöhlung des Referendariats von innen durch Verschlechterung der Rahmenbedingungen (Kürzung der Anrechnungsstunden, große Seminare, eigenverantwortlicher Unterricht im 3. Ausbildungsabschnitt, zu hoher Stundeneinsatz im 2. AA)
  • Einsatz für die Beibehaltung eines qualitativ hochwertigen, schulartspezifischen 24-monatigen Vorbereitungsdienst unter veränderten (hochschul-)politischen Rahmenbedingungen
  • Einsatz für angemessene Einstellungsbedingungen mit einem gangbaren Einstellungskorridor

Nachdem uns seitens des Ministeriums mehrfach versichert worden war, dass der eigenverantwortliche Unterricht der Referendare im 3. Ausbildungsabschnitt nur noch in den Mangelfächern angeordnet wird, wurden wir bei einem Termin im KM im März davon in Kenntnis gesetzt, dass es trotz Überangebots an Lehrern in den Sprachen und Gesellschaftswissenschaften auch in diesen Fächern weiterhin eigenverantwortlichen Unterricht geben wird, da der Haushalt es nicht erlaube, die ca. 80 dafür notwendigen Planstellen auszuweisen. Dies ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die gut ausgebildeten Referendare, die in Bayern keine Anstellungschancen haben, es verschlechtert auch die Ausbildungsbedingungen an den Seminarschulen erheblich. An mehreren Seminarschulen kommt es durch den eigenverantwortlichen Unterricht auch zu (Teil-)Abordnungen des Stammpersonals, was sowohl für die Kollegen als auch für die durch häufigen Lehrerwechsel betroffenen Klassen eigentlich unzumutbar ist. Zusammen mit den anderen Verbandsgremien und dem HPR müssen wir hier unsere Positionen immer wieder vortragen, auch wenn die aktuelle Situation sehr frustrierend ist!

Die SLV wendet sich gegen einen NC zum Referendariat -wie er etwa in NRW praktiziert wird – und gegen eine Kürzung der Stellen – in Hessen wurden 1000 Stellen gestrichen. Diese Hürden für die Absolventen des Lehramtsstudiums stellen keine geeignete Maßnahme dar, Angebot und Nachfrage bezüglich der Lehrerstellen zu regulieren.

Eine zielgerichtete Interessenvertretung ist für die Studienseminare auch weiter nötig, denn die Aufgabenbereiche der Seminarlehrer und der stellvertretenden Seminarvorstände haben sich durch die zunehmende Größe und Komplexität der Seminare zuletzt gravierend verändert. Für die bevorstehende Dienstrechtsreform wurden Aufgaben und Arbeitsprofile der Seminarlehrer formuliert, um die Seminarlehrerstellen weiterhin als A15-Funktionen zu erhalten. Dies scheint nach dem momentanen Stand auch gesichert zu sein.

Zu den Gesprächspartnern, mit denen die SLV sich im Berichtszeitraum austauschen konnte, zählten Kultusminister Dr. Spaenle, der Fraktionsvorsitzende der CSU im Landtag Georg Schmid sowie Ministerialrat Glasl.

Mitglieder der SLV arbeiteten zudem in anderen Gremien und Arbeitskreisen mit, z. B. im Bildungsbeirat, im AK-Vorbereitungsdienst und im Bundesarbeitskreis der Seminarlehrer- und Fachleiter/innen e.V. (45. Bundeskongress des BAK vom 26. 9.– 30.9.2011 in Jena). Zusätzlich gab es Info-Veranstaltungen der SLV auf Bezirksebene.

Besonders hervorzuheben ist dabei im Berichtszeitraum die fruchtbare Zusammenarbeit im AK Vorbereitungsdienst mit RJV, Studierendenvertretern und Herrn Fronczek. Zusammen mit dem Hochschulreferenten Michael Demel nahmen Vertreter der SLV auch an einem Treffen mit Vertreterinnen der JU bzw. des RCDS teil.
Die im AK Vorbereitungsdienst erarbeitete Broschüre zur Lehrerbildung formuliert die Position des Verbands deutlich und ermöglicht eine kundige Auseinandersetzung mit politischen Entscheidungsgremien. Angesichts der Tatsache, dass eine Aushöhlung des Studiums sowie des Vorbereitungsdiensts auch stets die Grundfeste des Philologenstands untergräbt, bleibt das Engagement der SLV für qualitativ hochwertige schulartspezifische Lehrerbildung in allen drei Phasen ein fundamentales bildungs- und berufspolitisches Kontinuum.

Zuletzt möchte ich meinen Kolleginnen und Kollegen in der SLV für ihr Engagement gerade auch im „Doppeljahrgang“ danken. Mein Dank gilt zudem den Mitgliedern im HV, die sich für die Lehrerbildung einsetzen, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle.

Nürnberg, den 25.9.2011
Elke Rudolph, Sprecherin der SLV