Beurteilungsschrift 2018



Liebe Kollegin, lieber Kollege,

Hinweis:

Mitglieder des bpv können die Beurteilungsschrift als Online-Paper nutzen oder kostenlos ein Exemplar bei der Geschäftsstelle anfordern. Nicht-Mitglieder können diese Schrift für eine Schutzgebühr von 25 € bestellen.

das Jahr 2018 ist an den staatlichen Schulen in Bayern wieder einmal ein Jahr, in dem die periodischen Beurteilungen erstellt werden müssen.

Das Ergebnis der dienstlichen Beurteilung ist für das berufliche Fortkommen von großer Bedeutung, da es die Grundlage sowohl für die Berechnung der fiktiven Beförderungsdaten als auch für die Auswahlentscheidungen bei Funktionsübertragungen bildet. Zudem gibt es Auskunft darüber, welchen Eindruck die für die Beurteilung Verantwortlichen von den zu Beurteilenden haben.

Wegen der großen Bedeutung der dienstlichen Beurteilung möchten wir allen Beteiligten diese Schrift zur Verfügung stellen, in der die rechtlichen Vorgaben für die dienstliche Beurteilung an den Gymnasien – die geltenden Beurteilungsrichtlinien (KMBek) sowie die Interpretation der Richtlinien in den kultusministeriellen Schreiben (KMS) – zusammengefasst sind, um möglichst umfassend zu informieren.

Die Beurteilungsrichtlinien von 2015 brachten gegenüber den Richtlinien von 2011 einige Veränderungen:

Im Zusammenhang mit der sukzessiven Einführung der erweiterten Schulleitung mussten aus Sicht des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst nach verschiedenen anderen Verwaltungsvorschriften auch die Beurteilungsrichtlinien angepasst werden. In ihrer bisherigen Form kannten die im Jahr 2011 erlassenen Richtlinien das Mitglied der erweiterten Schulleitung als unmittelbare Vorgesetzte / unmittelbaren Vorgesetzten nicht. In den Verhandlungen konnte der Hauptpersonalrat eine Stärkung der Rolle der örtlichen Personalräte und mehr Transparenz im Sinne der Kolleginnen und Kollegen erreichen.

Zentrale Änderungen der Beurteilungsrichtlinien vom Juli 2015

 
  • Neben den Beobachtungen der stellvertretenden Schulleitung und der Fachbetreuerinnen/Fachbetreuer sind an Schulen mit erweiterter Schulleitung auch die Beobachtungen des jeweils für die Lehrkraft zuständigen Mitglieds der erweiterten Schulleitung für die Beurteilung heranzuziehen.
  • Über die Beauftragung der Mitglieder der erweiterten Schulleitung, eigenständige beurteilungsrelevante Unterrichtsbesuche durchzuführen, entscheidet die Schulleitung unter Berücksichtigung des Konzepts der Schule und der konkreten Umstände vor Ort.
  • Die Schulleitung kann Mitglieder der erweiterten Schulleitung also mit eigenständigen Unterrichtsbesuchen beauftragen, muss es aber nicht.
  • Sofern der Schulleiter/die Schulleiterin allgemeinverbindliche Vorgaben hinsichtlich der verfahrensmäßigen Durchführung der Unterrichtsbesuche trifft (d.h. wer in welcher Form in die Unterrichtsbesuche des Schulleiters für die Beurteilung eingebunden wird bzw. mit solchen Unterrichtsbesuchen beauftragt wird), ist dies auf der örtlichen Ebene an der Schule mitbestimmungspflichtig (Art. 75 Abs. 4 Nr. 11 BayPVG).
  • Die Mitbestimmungspflicht des Örtlichen Personalrates gilt auch für allgemeinverbind- liche Vorgaben hinsichtlich der Erstellung der Beurteilungsbeiträge (z.B. Beobachtungsbogen für Fachbetreuer/Mitglieder der erwSL).
  • Die Lehrkraft hat ein Einsichtnahmerecht in die sie betreffenden, dem Schulleiter als beurteilende Person zugeleiteten Beurteilungsbeiträge (Art. 107 Abs. 2 BayBG).
  • Bei den Einzelmerkmalen der dienstlichen Beurteilung wird – wie in anderen Verwaltungsbereichen auch – auf die Beurteilung der Belastbarkeit verzichtet; das Merkmal der Einsatzbereitschaft bleibt unverändert.
  • Die Verzichtsmöglichkeit auf die dienstliche Beurteilung nach Rückkehr aus Abordnung, Versetzung oder Beurlaubung ist entfallen. Alle Lehrkräfte müssen innerhalb eines Jahres nach Rückkehr in den Schuldienst beurteilt werden.

Die Beurteilungsschriften des Bayerischen Philologenverbandes haben eine lange Tradition und werden aktuell von den derzeit amtierenden Hauptpersonalräten Dagmar Bär, Rita Bovenz und Ina Hesse weitergeführt.

München, im Mai 2018


Beurteilungsschrift