Alternative Arbeitsmärkte

D.h.: Privatschulen, FOS/BOS, Realschulen, Erwachsenenbildung, Privatwirtschaft
Vor Ende des 3. Ausbildungsabschnittes erhalten die Studienseminare Merkblätter des KM zu den Einstellungsmöglichkeiten. Lest euch diese aufmerksam durch!! Sie enthalten alle wichtigen Informationen zu den diversen Einstellungsmöglichkeiten bei dem Staat und auch bei den kirchlichen Schulen.

Viele Studienreferendare werden wohl zum Ende des dritten Ausbildungsabschnittes die Suche nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten antreten müssen oder sogar wollen, da ihnen der Lehrberuf zu unattraktiv erscheint. Prinzipiell wird zwar der Arbeits-markt für Akademiker eher enger, aber es zeigen sich Tendenzen, dass in der freien Wirtschaft die speziellen Fähigkeiten eines Pädagogen gerade außerhalb seines Fachgebietes erkannt und geschätzt werden. Die rjv möchte euch hier Informationen über Beschäftigungsmöglichkeiten inner- und außerhalb des Schuldienstes zur Verfügung stellen.

Die folgenden Hinweise erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Es handelt sich viel mehr um eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Informationen.
Wenn ihr zusätzliche Anregungen oder Fragen zu diesem Thema habt, nehmt bitte Kontakt mit dem AK Alternative Arbeitsmärkte der rjv auf. Hier und auf unserer Homepage könnt ihr weitere Informationen erhalten.

 

a) Beschäftigungt im Schuldienst innerhalb Deutschlands

Bei nichtstaatlichen Schulen, d.h. Schulen in freier, kommunaler oder kirchlicher Trägerschaft, besteht die Möglichkeit, im Angestelltenverhältnis beschäftigt oder verbeamtet zu werden. Die Schulen schreiben ihre Stellen teilweise in der Verbandszeitung oder in Tageszeitungen aus. Ihr könnt euch auch bei den Schulen telefonisch über den Einstellungsbedarf erkundigen. Eine Liste der Privatschulen in Bayern steht im Philologenjahrbuch des bpv.

Denkt auch an FOS und BOS!

Eine Bewerbung bei den Kultusministerien der anderen Bundesländer kann in einigen Bundesländern durchaus aussichtsreich sein. Eine Rückkehr nach Bayern im Rahmen des planstellenneutralen Tauschverfahrens der Bundesländer ist wegen der großen Nachfrage der Antragsteller für den Austausch nach Bayern allerdings mit großen Schwierigkeiten verbunden!

Städtische Schulen (Gymnasium und Realschulen):
Die Namen und Adressen der städtischen Schulen findet ihr im Philologenjahrbuch des bpv. Das Philologenjahrbuch könnt ihr beim Obmann des bpv einsehen. Meist liegt ein Exemplar auch an den Schulen (z.B. im Lehrerzimmer) aus.

Man bewirbt sich (bei einer "blinden" Bewerbung am besten jeweils im Mai für das kommende Schuljahr) beim Personalamt der jeweiligen Stadt. Daraufhin bekommt man dann meist ein spezielles Bewerbungsformular zugeschickt.

Bei "blinden" Bewerbungen kann man sich auf ein Bewerbungsschreiben und einen Lebenslauf beschränken. Dies gilt auch für die Schulen in freier oder kirchlicher Träger-schaft.

Eine Anstellung als Beamter und Angestellter ist möglich.

Die Bezahlung erfolgt nach BAT oder A-Besoldung. In diesem Punkt wie auch in der Ausübung des Schuldienstes besteht KEIN Unterschied zu einem staatlichen Gymnasium.

Kirchliche Schulen

Die Bezahlung erfolgt in der Regel nach BAT oder A-Besoldung.

Nach einer Probezeit von einem Schuljahr wird normalerweise ein unbefristeter Vertrag angeboten.

Den Status des Kirchenbeamten erhält man nur, wenn man beim Staat eine Planstelle erhalten würde.

Voraussetzung für die Anstellung ist die Anerkennung der religiösen Grundsätze der jeweiligen Kirche.

Sonstige Privatschulen

Vor der Unterzeichnung ist die genaue Lektüre der Vertragsklauseln, insbesondere bzgl. des Stundenmaßes, des Umfangs der zumutbaren Mehrarbeit, der Kündigungsfrist und der Bezahlung absolutes Muss!

Empfehlung: Sollten Probleme oder Fragen auftreten, z.B., wenn ihr das Angebot einer Planstelle so spät erhaltet, dass ein mit einer Privatschule bereits abgeschlossener Vertrag nicht mehr rechtzeitig gekündigt werden kann, meldet euch ebenfalls umgehend beim zuständigen Referatsleiter des bpv, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

b) Beschäftigung im Schuldienst außerhalb Deutschlands

Für arbeitslose Lehramtsassessoren gibt es verschiedene Programme für eine Unterrichtstätigkeit im Ausland.

Die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der Bundesanstalt für Arbeit, Auslandsabteilung, Feuerbachstr. 42 - 46, 60325 Frankfurt, vermittelt im Rahmen des Lehreraustausch-programms mit den USA Gymnasiallehrer fast aller Fachrichtungen für deutsch-sprachigen Fachunterricht für ein Jahr nach Texas und Missouri.
Das Bundesverwaltungsamt - Zentralstelle für das Auslandschulschulwesen -, Referat VIA4 II, 50728 Köln, bietet im "Bundeslehrkräfteprogramm" den Einsatz von Lehrkräften in einigen Staaten an, z. Z. v. a. in Osteuropa, Mittelasien und Fernost.

Achtung: Bewerbungsschluss Ende Januar! Bei Bedarf wird jedoch auch kurzfristig und jederzeit eingestellt. Siehe auch ständig Anzeigen in der Wochenzeitung „Die Zeit“!!

Nicht vermittelte Bewerber können unter Umständen einer deutschen Auslandsschule der gewünschten Region als Ortskraft empfohlen werden (dann jedoch nur zum ortsüblichen Gehalt).

c) Beschäftigung außerhalb des Schuldienstes innerhalb Deutschlands

Möglichkeiten einer beruflichen Tätigkeit im Bildungswesen außerhalb des Schul-dienstes bieten sich in der Jugend- und Erwachsenenbildung (z.B. Volkshoch-schulen), Berufsbildung (z.B. BFZ-Kurse für Aussiedler), dem betrieblichem Bildungs-wesen (z.B. bei großen Firmen der Industrie), seltener bei Museen und ähnlichen Bildungseinrichtungen.

Aufgrund der relativ hohen Arbeitslosigkeit bei allen akademischen Berufen ist die Konkurrenz für arbeitslose Lehrer außerhalb des Schuldienstes zurzeit groß. Der Arbeitsmarkt bietet für die meisten freien Arbeitsplätze ausgebildete Spezialisten. Aus diesem Grund sind auch für Lehrer in vielen Fällen Weiterbildungen und Umschulungen notwendig. Von den Fachvermittlungsdiensten der Arbeitsagenturen können solche Umschulungen vermittelt und bei entsprechender Finanzlage auch finanziert werden. Wegen der unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Arbeitsagenturen ist es sinnvoll, sich zu erkundigen, welche Förderregelungen am eigenen Wohnort aktuell sind, und sich so schnell wie möglich arbeitslos zu melden.

Attraktiv könnte der Medienbereich (Journalismus, Buchhandel und Verlagswesen, Dokumentation, Bibliotheks- und Archivwesen, Werbeagenturen und PR-Arbeit sowie die Neuen Medien) sein.

Weitere Möglichkeiten bieten sich in der Öffentlichkeits-arbeit, im Personal- und Sozialwesen, für Beratungs- und Verkaufs- Tätigkeiten, fremdsprachenbezogene Sach- und Datenbearbeitung in der Privatwirtschaft.

Möglichkeiten der Bewerbung bei öffentlichen Ämtern, die als Zugangsvoraussetzung ein abgeschlossenes Hochschulstudium fordern, bietet z.B. der diplomatische Dienst beim Auswärtigen Amt.

 

d) Beschäftigung außerhalb des Schuldienstes außerhalb Deutschlands

Verschiedene internationale Organisationen suchen ausgebildete Akademiker (UNO, EU, Entwicklungsdienste, GREENPEACE, u. a.). Hier treten die ausgebildeten Gym-nasiallehrer in internationale Konkurrenz zu verschiedenen Akademikern aus den jeweiligen Mitgliedsländern. Über die jeweiligen Bewerbungsmodalitäten informieren die Personalabteilungen der einzelnen Organisationen.

Falls Ihr ohne Anstellung bleibt, steht Euch kein Arbeitslosengeld zu, wenn ihr in den letzten drei Jahren keiner arbeitslosenversicherungspflichtigen Beschäftigung (Dauer: mind. 1 Jahr) nachgegangen seid. Letzte Möglichkeit wäre ein Antrag auf Sozialhilfe bei keinem Einkommen, keinem ausreichendem Vermögen bzw. einem Einkommen unter dem sozialhilferechtlichen Bedarf.

e) Zahlen und Fakten zum "Nettolückenproblem"

Vorbemerkung:
Das Nettolückenproblem beschreibt die Differenz der Einkünfte als verbeamteter und nicht - verbeamteter Lehrer. Bei der Bewerbung an einer Privatschule um eine Lebensanstellung z.B. sollte man sich über die Einkommensdifferenzen, die später bis zu € 550.- monatlich ausmachen können, im Klaren sein. Die nachfolgenden Ausführungen zeigen, dass es Schulträger gibt, die hier einen Ausgleich versuchen.

  • Das Nettolückenvolumen ist seit der letzten Berechnung (Stand Februar 1999) überall da deutlich angestiegen, wo die Schulträger nichts, aber auch gar nichts zur Eindämmung bzw. zum Abbau der Nettolücke unternehmen. Gründe für die Steigerung des Nettolückenvolumens: kontinuierlich gestiegenes Bruttoein-kommen, damit einhergehend Ansteigen der Steuerprogressionslinie - stellenweise in aberwitzige Größenordnungen. Betroffen: hauptsächlich Kolleginnen und Kollegen, die in den Steuerklassen I/IV angesiedelt sind, merkwürdigerweise aber auch Kinderreiche! Weitere Ursachen: Erhöhung der Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge, ab einem gewissen Bruttover-dienst auch steuerpflichtiger Anteil der Zusatzversorgung.
  • Überall da, wo die Arbeitslosenversicherungsbeiträge zusätzlich zu den Beiträgen der Rentenversicherung (beides Arbeitnehmeranteile!) von den Trägern übernommen werden (ca. 50% bis 55% der staatlich anerkannten Gymnasien - fast ausschließlich katholische Träger) verringert sich die Nettolücke auf 2/3 - günstigstenfalls auf 58% des ursprünglichen Umfanges.

Unsere Ziele sind daher der stufenweise Abbau des durch die Steuerbelastung entstehenden Nettolückenanteils, und zwar durch einen Steuerabgeltungsbetrag, so wie er bereits den Kirchenbeamten (evangelisch und katholisch) gewährt wird.

Hinweise für Bewerbungen im außerschulischen Bereich [13 KB]

Wichtige Adressen

Stifterverband für die dt. Wissenschaft
(alle Stiftungen zusammengefasst)
Barkhovenallee 1, 45239 Essen

Adressen einiger Stiftungen (fächerübergreifend):

 
  • Studienstiftung des dt. Volkes, Mirbachstr. 7, Postfach 201253, 53142 Bonn
  • Konrad-Adenauer-Stiftung, Rathausallee 12, Postfach 1260, 53757 St. Augustin, 02241 - 246-328
  • Cusanuswerk - Bischöfliche Studienförderung, Baumschulallee 5, 53115 Bonn, 0228 - 631407-08
  • Friedrich-Naumann-Stiftung, Im Dol 2, 14195 Berlin, 030 - 8315071
  • Evangelisches Studienwerk Villigst - Haus Villigst, Postfach 5020, 58239 Schwerte, 02304 - 755-0
  • Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Godesberger Allee 149, 53175 Bonn, 0228 - 8830
  • Hans-Böckler-Stiftung, Bertha-von-Suttner-Platz 3, 40227 Düsseldorf, 0211 - 7778-0
  • Hanns-Seidel-Stiftung, Lazarettstr. 33, 80636 München, 089- 1258-330
  • Gerda-Henkel-Stiftung, Malkastenstr. 15, 40211 Düsseldorf, 0211 - 359853, fax 0211 - 357137

Weitere Tipps

  • Weitere Informationen erteilt das Stipendien-referat jeder Universität; dort sind auch Bücher und Broschüren einsehbar, die Auskunft über Stiftungen geben, welche Promotionsstipendien vergeben; z.B. ist dort auch das Stipendien-handbuch einsehbar.
  • Darüber hinaus kann man an den einzelnen Instituten und Fachbereichen etwas über Stiftungen und insbesondere fächerbezogene Stipendien erfahren.
  • Auch sollte man sich mit dem Doktorvater in Verbindung setzen, der oft die notwendigen Kontakte besitzt.