HOCHBEGABTENFÖRDERUNG BRAUCHT ZEIT!

Hochbegabte Schülerinnen und Schüler müssen die Freiräume bekommen, die sie brauchen, um ihre Begabung zu entfalten

Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands Max Schmidt betonte heute in München, dass Hochbegabte am Gymnasium Zeit brauchen, um ihre Begabung entfalten zu können: „Auch Begabungen müssen reifen, sich entfalten können und gefördert werden. Dafür braucht es Zeit, die am Gymnasium in seiner jetzigen Form oft nicht ausreichend vorhanden ist. Schülerinnen und Schüler, die durch eine hohe Wochenstundenanzahl eh schon zeitlich sehr belastet sind, haben wenig Anreiz, noch zusätzliche Förderangebote wahrzunehmen – selbst wenn sie hochbegabt sind.“ Schmidt erklärte: „Begabungen müssen am Gymnasium etwa durch Plus-Kurse, die Begleitung von Wettbewerben wie beispielsweise Jugend forscht, Jugend debattiert, der Internationalen JuniorScienceOlympiade oder dem Landeswettbewerb Alte Sprachen, oder durch zusätzliche musische, sportliche und künstlerische Aktivitäten gezielt gefördert werden. In der Oberstufe ist es wichtig, dass zukünftig das Wissenschaftspropädeutische Seminar unmittelbar an ein Fach angebunden wird, damit – nicht nur, aber auch für Hochbegabte – ein zielgerichteteres Arbeiten mit einer echten fachlichen Vertiefung ermöglicht wird. Und beim Übergang an die Universitäten müssen Hochbegabte in Zukunft besser begleitet werden. Die Förderung darf ja nicht nach dem Abitur wieder bei Null beginnen. Die Absicht von Bildungsminister Spaenle, die Förderung Hochbegabter nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz, die sich bisher im Rahmen des Max Weber-Programms an hochbegabte Studierende richtet, auf Schülerinnen und Schüler auszudehnen, ist ein richtiger Schritt, den wir sehr begrüßen. Individuelle Betreuung durch Mentorinnen und Mentoren ist dabei ein wichtiges Instrument und von zentraler Bedeutung. All diese Maßnahmen brauchen aber Zeit und diese steht momentan nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Ein neues neunjähriges Gymnasium – wie vom bpv vorgeschlagen – bietet diese Zeit und kann damit in besonderer Weise auch den Bedürfnissen Hochbegabter gerecht werden!“


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