BURNOUT BEI BESCHÄFTIGTEN IM BILDUNGSSYSTEM

bpv-Chef Max Schmidt zum Gutachten "Burnout bei Beschäftigten im Bildungssystem": ein schöner Beruf, der den ganzen Menschen fordert – und manchmal überfordert

Der Bayerische Philologenverband (bpv) erinnert an die anhaltend hohe Belastung der Gymnasiallehrkräfte

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) stellt heute ihr Gutachten "Burnout bei Beschäftigten im Bildungssystem" vor. Aus diesem Anlass erinnert auch der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt an die anhaltend hohe Belastung im Lehrerberuf: „Der Lehrerberuf ist ein schöner Beruf mit einem vielschichtigen Anforderungsprofil, das den ganzen Menschen fordert. Doch zunehmend überfordert er ihn auch. Gymnasiale Lehrkräfte unterliegen einem enormen Arbeitspensum und -spektrum. Ihre unterrichtliche Tätigkeit ist gerade in der Oberstufe fachwissenschaftlich sehr anspruchsvoll, in der Unter- und Mittelstufe angesichts einer immer heterogeneren Schülerschaft pädagogisch immer fordernder. Neben dem Unterrichten, Vorbereiten und Korrigieren erfüllen sie aber auch eine Vielzahl von Tätigkeiten, die oft nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit sind. Immer wieder vergessen wird, dass sich Lehrkräfte mehr und mehr auch um erzieherische Aufgaben, die früher im Elternhaus geleistet wurden, kümmern müssen. Die zunehmende Eigenverantwortung der Schulen hat in den vergangenen Jahren außerdem eine erhebliche Ausweitung der Verwaltungsaufgaben mit sich gebracht. Als Beispiele für Veränderungen, die im Hinblick auf unsere Schülerschaft sinnvoll, in Kombination mit fehlenden Zeitkontingenten aber belastend sind, sehe ich den gestiegenen schulinternen Abstimmungs- und Koordinationsbedarf innerhalb der Kollegien, auch im Zusammenhang mit neuen Aufgabenformaten, oder die wachsenden Anforderungen, die mit individueller Förderung und der Individualisierung von Unterricht verbunden sind.

Ansätze zur Burn-Out-Prophylaxe und dem Erhalt der psychischen Gesundheit auf der Ebene der einzelnen Lehrkraft zu fördern und stärken, wie sie der Aktionsrat Bildung in seinem Gutachten in den Mittelpunkt stellt, sind sicher wichtig und werden von uns seit etlichen Jahren gefördert. Das darf aber nicht dazu verführen, dem einzelnen Lehrer die ausschließliche Verantwortung für den Erhalt seiner Gesundheit und Arbeitsfähigkeit aufzubürden. Der Arbeitgeber steht mindestens ebenso in der Verantwortung: Er muss förderliche, gesunde Rahmenbedingungen gewährleisten und dafür sorgen, dass das Arbeitspensum nicht ausufert. Dazu gehört auch, dass zusätzliche Aufgaben durch Entlastungen an anderer Stelle kompensiert werden müssen. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement ist daher für alle bayerischen Schulen sehr wünschenswert."


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