AB HEUTE OHNE JOB!

Zahlreiche gymnasiale Nachwuchslehrkräfte stehen mit dem heutigen Tag auf der Straße

Die Vorsitzende der Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) im Bayerischen Philologenverband Lisa Fuchs erinnert daran, dass mit dem Beginn des 2. Schulhalbjahrs heute zahlreiche gymnasiale Nachwuchslehrkräfte – auch trotz sehr guter Examensnoten –ohne adäquate Beschäftigung dastehen: „Selbst Spitzenabsolventen mit Einserschnitten haben keine Planstelle erhalten und müssen teils mit schlechten Aushilfsverträgen ohne Bezahlung in den Sommerferien, teils mit Einzelstunden an verschiedenen Schulen oder Schularten und teilweise sogar ohne jegliches Einkommen dahinkrebsen! Das ist nicht nur für die Betroffenen eine katastrophale Situation, auch für die Schulen ist es nicht gut, denn dort könnte man die hochqualifizierten Lehrkräfte gut brauchen!“

Während ihrer Ausbildung mussten die meisten Referendare und Referendarinnen im Einsatzjahr über ihre Unterrichtsverpflichtung hinaus 17 statt 11 Wochenstunden unterrichten, im letzten Ausbildungsabschnitt, also während der Prüfungen zum Zweiten Staatsexamen, mussten sie eigenverantwortlichen Unterricht leisten – Relikte aus Zeiten des Lehrermangels. Fuchs kennt die Stimmungslage unter den Absolventinnen und Absolventen genau: „Viele fühlen sich als billige „Unterrichtsaushilfe“ missbraucht, schließlich haben sie mit ihrer Arbeit während der Ausbildung etwa eine Dreiviertellehrerstelle abgedeckt. Jetzt ist die hohe Zahl aus dem nachfolgenden Prüfungsjahrgang im Einsatz und die, die fertig sind, stehen ohne Stelle da. Seit Jahren fordern wir deshalb eine Reduzierung der Stundenzahl im 2. Ausbildungsabschnitt auf maximal 14 und die Abschaffung des eigenverantwortlichen Unterrichts im 3. Ausbildungsabschnitt!“

Um die Situation der arbeitslosen Nachwuchslehrkräfte kurzfristig zu verbessern, sieht die Vorsitzende insbesondere in zwei Bereichen raschen Handlungsbedarf: „Die Studierendenzahlen an den Universitäten sind nach wie vor – insbesondere in den Geisteswissenschaften – sehr hoch. Hier bietet sich doch eine Ergänzung des an den Universitäten dringend benötigten zusätzlichen Personals durch Gymnasiallehrerinnen und -lehrer, die durch ihr vertieftes wissenschaftliches Studium bestens qualifiziert sind, geradezu an! Zeitlich befristete Abordnungen von Gymnasiallehrkräften können die Angebote im Grundstudium deutlich verbessern. Die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, die es für Gymnasiallehrerinnen und -lehrer attraktiv machen, für einige Jahre an die Universität zu wechseln, um dann an die Schule zurückzukehren oder sich wissenschaftlich weiterzuqualifizieren, müssen verbessert werden!“


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