QUALITÄT DES GYMNASIUMS ENTSCHEIDET!

Entscheidend ist die Qualität des Gymnasiums, nicht bloß seine Dauer!

Der Bayerische Philologenverband nimmt Stellung in der Diskussion um die Dauer der gymnasialen Bildung

Der Bayerische Philologenverband (bpv) steht seit jeher für ein Gymnasium „aus einem Guss“, das vertiefte Allgemeinbildung vermittelt und die uneingeschränkte Studierfähigkeit seiner Absolventen gewährleistet. „Dieses Ziel und diesen Anspruch haben wir auch in der Diskussion um die Dauer gymnasialer Bildung fest im Blick,“ betonte sein Vorsitzender Max Schmidt gestern in München und erklärte: „Es wäre fatal, eine Schulart aufzubauen, die ein Zwei-Klassen-System anbietet! Weder darf es eine Unterscheidung zwischen Stadt- und Landgymnasien, noch eine solche zwischen einem Gymnasium für gute und geeignete Schülerinnen und Schüler und einem solchen für weniger gute und geeignete geben! Deshalb darf es keine erneuten überhasteten und nicht vorbereiteten Umstellungen geben. Wir brauchen für unser Gymnasium einen einheitlichen Charakter, um gymnasiale Bildung „aus einem Guss“ weiter zu gewährleisten. Seit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums hat der bpv immer darauf hingewiesen, dass viele Schülerinnen und Schüler das Ziel gymnasialer Bildung besser in neun Jahren erreichen. Nicht zuletzt die aktuelle empirische Studie der Universität Göttingen unter Leitung von Peter Brammer zeigt, dass über 70 % der Studierenden das auch so sehen. Entscheidend ist aber nicht bloß die Dauer, sondern auch, dass ein neunjähriges Durchlaufen des Gymnasiums dem hohen Qualitätsanspruch und der wünschenswerten Weiterentwicklung unserer Schulart Rechnung tragen muss!“

Beschlussfassung des bpv-Hauptvorstands zur G8-G9-Diskussion

Auf der Grundlage dieser Überlegungen hat der bpv-Hauptvorstand auf seiner gestrigen Sitzung in München folgenden Beschluss gefasst:
„Der Bayerische Philologenverband steht für ein qualitätsvolles Gymnasium und für die Allgemeine Hochschulreife.
Viele Schülerinnen und Schüler erreichen dieses Ziel in neun Jahren besser als in acht Jahren.
Der bpv tritt daher für eine Öffnung zum neunjährigen Gymnasium ein.
Er lehnt aber Schnellschüsse in dieser wichtigen Frage ab.
Die Gestaltung des Gymnasiums ist zu wichtig, um sie für den Wahlkampf zu instrumentalisieren.
Dem bpv ist es auch wichtig, für die Schülerinnen und Schüler, die jetzt das Gymnasium besuchen, Verbesserungen zu erreichen. Dafür ist die Individuelle Lernzeit ein erster Schritt.“


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