FACHWISSENSCHAFTLICHES LEHRAMTSSTUDIUM SICHERT BIL

Veranstaltung der Universität Bayreuth mit dem Bayerischen Philologenverband (bpv) zum Thema „Gymnasiales MINT-Lehramt – keine Einbahnstraße“:

Die fachwissenschaftliche Ausrichtung des gymnasialen Lehramtsstudiums sichert die Bildungsqualität

Am heutigen Freitag diskutieren an der Universität Bayreuth der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands Max Schmidt und der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes Heinz-Peter Meidinger mit dem bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und Vertretern der Universität Bayreuth über ein zeitgemäßes Lehramtsstudium. In Bayreuth können Lehramtsstudierende des MINT-Bereichs nach dem Bachelor of Science entweder weiterhin das gymnasiale Lehramt (Master of Education und Staatsexamen) oder ein Masterstudium im gewählten Fach anstreben. Am Ende des Referendariats kann auch der Fach-Master erworben werden.

bpv-Vorsitzender Schmidt: Richtungsweisender Modellversuch der Universität Bayreuth

Im Vorfeld bezeichnete Schmidt diesen Modellversuch als richtungsweisend, da er die für das gymnasiale Lehramt so zentrale fachwissenschaftliche Ausbildung stärkt. „Für unsere Schulart ist fundiertes Fachwissen unabdingbar für die Sicherung der Bildungsqualität. Deshalb muss die schulartspezifische Ausbildung unbedingt erhalten bleiben. Wenn gerade in den MINT-Fächern, wo es ja einen Kampf um die besten Köpfe gibt, ein Studiengang sowohl gut auf die Lehrtätigkeit am Gymnasium vorbereitet als auch Alternativen eröffnet, dann hilft uns das, die am besten Geeigneten für das Gymnasium zu gewinnen,“ erklärte der Vorsitzende. Schmidt fügte hinzu, dass ein derartiges Studium gleichzeitig die Expertise in den Fächern und in Pädagogik und Didaktik gewährleistet, wobei an dessen Ende stets als Voraussetzung für die Lehrtätigkeit das Staatsexamen und ein zweijähriges Referendariat stehen müssen. Nur durch sie könne auch in Zukunft der Lehrernachwuchs bestens qualifiziert an den Gymnasien unterrichten.

Schmidt erläuterte begründend die spezifischen Anforderungen an den Beruf des Gymnasiallehrers: „Wir unterrichten Kinder und Jugendliche von 10 bis 18 Jahren und bieten dabei einen Bildungsweg zum Abitur aus einem Guss. Dies erfordert hohe fachliche und pädagogische Kompetenz mit Blick auf vertiefte Allgemeinbildung. Wir Gymnasiallehrkräfte tragen die Verantwortung für die Schnittstelle sowohl zu Beruf als auch Studium. Diesem hohen Anspruch werden wir durch das vertiefte Studium zweier Hauptfächer und der Erziehungswissenschaften gerecht. Nur so können wir der hohen und komplexen Erwartungshaltung von Schülern, Eltern und Dienstherrn gerecht werden. Nur das anspruchsvolle Studium zweier Fächer an der Universität sichert die Polyvalenz unseres Abschlusses.“

Wissenschaftlich belegt ist die zentrale Bedeutung des Fachwissens für den Bildungserfolg bereits seit vielen Jahren. 2006 hat die Coactiv-Studie unter Leitung von Jürgen Baumert, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, im Bereich der Mathematik gezeigt, dass das Fachwissen des Lehrers die entscheidende Rolle für die Gestaltung des Unterrichts spielt. „Ein ausgeprägtes schulartspezifisches Fachstudium ist also der entscheidende Punkt; alles, was dieses stärkt und zukunftsorientiert weiterentwickelt, begrüßen wir“, konstatierte Schmidt.


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