ANREIZE UND ENTLASTUNGEN FÜR LEHRKRÄFTE SCHAFFEN!

Der Bayerische Philologenverband (bpv) sieht mit Spannung auf die für diese Woche angekündigten schulpolitischen Ideen. Denn nach drei Jahren „Krisenmodus“ an den Schulen tun die Verantwortlichen gut daran, die richtigen Anreize und Entlastungen für Lehrkräfte zu schaffen.

„Dem Lehrermangel aktiv entgegenzuwirken ist immer ein guter Vorsatz – nicht nur für das Jahr 2023!“, kommentiert bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl. „Ich gehe dabei davon aus, dass den politischen Akteuren bewusst ist, welche Maßnahmen kontraproduktiv sind.“ So müssen die vielfältigen Teilzeit-Möglichkeiten bestehen bleiben: Sie sind einer der Gründe, die dem Beruf in einer zunehmend flexibler werdenden Arbeitswelt einen Teil seiner Attraktivität geben. Gleichzeitig müssen die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte durch mehr Entlastung, zum Beispiel durch Unterstützungskräfte im IT-, Labor- und Verwaltungsbereich, so gestaltet werden, dass eine Vollzeit-Stelle zu bewältigen ist und Teilzeitkräfte über eine Aufstockung nachdenken wollen und können. Schwägerl mahnt: „Es gibt so viele Lehrkräfte in Bayern wie nie, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen, wenn Teilzeit-Lehrkräfte mehr Stunden unterrichten sollen! So sollte Mehrarbeit im Schulbereich – wie in vielen anderen Branchen üblich – auch bereits ab der ersten angefallenen Stunde ausbezahlt werden können.“

Und gerade im gymnasialen Lehramt muss die Fachlichkeit in der Lehrerbildung dauerhaft hochgehalten werden. Die Gymnasien und die Beruflichen Oberschulen müssen eine wissenschaftlich fundierte Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt bieten können. bpv-Vorsitzender Schwägerl erinnert an die Position Bayerns im Bildungsbereich: „Nur mit wissenschaftlich vertieft ausgebildeten Lehrkräften kann der höchste bayerische Schulabschluss weiterhin mit Qualität verliehen werden – damit auch Bayerns Nachwuchs mit Hochschulreife dauerhaft spitze bleibt!“

„Nach den Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise und der Aufnahme tausender geflüchteter Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine haben sich die letzten drei Schuljahre überwiegend nach „Krisenmodus“ angefühlt“, so Schwägerl weiter. „Wir hoffen, dass nach einer langen Phase des notgedrungenen Reagierens nun wieder die Zeit für politisches Gestalten gekommen ist. Jetzt gilt es, aktive Lehrkräfte in Bayern so zu entlasten, dass sie sich wieder mehr auf ihr Kerngeschäft „Unterricht“ konzentrieren können. Denn bessere Arbeitsbedingungen machen den Lehrerberuf auch auf lange Sicht für junge Menschen wieder attraktiver.“