HAUPTVERSAMMLUNG DES BPV

Schulen entlasten, allgemeine Impfpflicht ernsthaft prüfen!

Auf der Hauptversammlung des Bayerischen Philologenverbands (bpv), der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen vertritt, wurde viel diskutiert. Denn die Schulen befinden sich wieder in einer Ausnahmesituation. Die große Mehrheit der Delegierten war sich einig: Zur Normalisierung der Lage in absehbarer Zeit und zur Abwendung einer Corona-Dauerschleife muss eine allgemeine Impfpflicht ernsthaft erwogen werden.

Schulen stemmen Kontaktnachverfolgung für überlastete Gesundheitsämter

Die Delegierten aus ganz Bayern bestätigten, dass die Aufgaben neben dem Unterricht in den letzten Monaten stark zugenommen haben: Aufholen von Corona-Lücken, die Umsetzung der sich ändernden Regelungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie, Versorgung der Schülerinnen und Schüler in Quarantäne mit Unterrichtsmaterial, mehrfaches Nachschreiben von Leistungsnachweisen - um nur einige Aspekte zu nennen. „Dazu kommt vielerorts, dass Schulen die Kontaktnachverfolgung unter ihren Schülerinnen und Schülern für die überlasteten Gesundheitsämter übernehmen. Wie soll das bei der ohnehin angespannten personellen Situation alles gestemmt werden?”, fragt sich der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl.

Abbau zusätzlicher Belastungen und von Bürokratie

Am Freitagnachmittag wurde Kultusminister Prof. Piazolo für ein Grußwort zur Hauptversammlung zugeschaltet. Die Delegierten nützten in der anschließenden Diskussion ihre Chance, in eindringlichen Situationsbeschreibungen ihre Forderungen nach einem Wegfall überflüssiger Aufgaben zu thematisieren. Kultusminister Piazolo gestand ihnen als Antwort zu, dass momentan aufgrund der Zusatzbelastungen in allen Bereichen Aufgaben priorisiert werden müssten - auch an den Schulen. Gleichzeitig kündigte er an, im Kultusministerium eine Projektgruppe zum Bürokratieabbau zu schaffen. Schwägerl begrüßt diesen Plan: „Gerne beteiligt sich unser Verband an diesem Vorhaben und liefert Ideen. Eine Entlastung an den Schulen ist dringend nötig und ermöglicht eine Fokussierung auf das Kerngeschäft des Unterrichtens – und das nicht nur in Pandemie-Zeiten.”

Allgemeine Impfpflicht muss für Normalisierung an den Schulen in Betracht gezogen werden

Dieses Schuljahr ist bereits das dritte, das erheblich durch die Pandemie beeinträchtigt ist. Dementsprechend kam auch die Frustration in vielen Redebeiträgen der Delegierten deutlich zum Ausdruck. Der vermutlich größte gemeinsame Wunsch: ein Ende der Ausnahmesituation – für Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitungen und Verwaltung gleichermaßen. Dazu mahnt Schwägerl: „Aufgrund der aktuellen Lage sehe ich zunehmend die Notwendigkeit, einen klaren Punkt zu setzen. Neue gesetzliche Pflichten müssen immer gut abgewogen werden - gerade im Gesundheitsbereich. Doch wenn die Impfkampagne und aktuelle 3G- und 2G-Regeln nicht ausreichend greifen, sehen wir keine wirkliche Alternative zur allgemeinen Impfpflicht. Für die Kinder und Jugendlichen in unserem Land kann es so nicht weitergehen, Corona mit seinen Folgebelastungen darf keine Dauerschleife werden! Und eine hohe Impfquote ist der Schlüssel, um aus der Pandemie zu kommen.” Bei einem Meinungsbild stellte sich eine sehr große Mehrheit der Delegierten der Hauptversammlung hinter diese Einschätzung.

Brücken bauen: analog, digital, nachhaltig als Motto der Hauptversammlung

Die Hauptversammlung des Bayerischen Philologenverbands am 26. November stand unter dem Motto Brücken bauen: analog, digital, nachhaltig. Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Bayern kamen im virtuellen Raum zusammen. Während der Arbeitstagung wurden Anträge zu zahlreichen schulischen Themen diskutiert und abgestimmt, darunter die Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens für neue Schulbücher, die Bereitstellung externer Systembetreuung für alle Schulen sowie der Ausbau der integrierten Lehrerreserve zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung