WIE GUT FUNKTIONIERT JETZT SCHULE?

Wie gut funktioniert Schule, wenn Schulen geschlossen sind?

Erste Zwischenbilanz des Bayerischen Philologenverbands (bpv)

Nach mehr als einer Woche Homeschooling zieht der bpv eine erste Bilanz und gibt Empfehlungen für Lehrer, Eltern und Schüler. Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, erläutert: „Unsere bisherigen Rückmeldungen zeigen: Es läuft unglaublich viel an den Schulen, vieles funktioniert gut, aber nicht alles läuft hundertprozentig rund.“

Unterschiede in der technischen Ausstattung

Nach Einschätzung des Verbandes liegt das zum einen an der technischen Ausstattung und dem Umgang damit. „Die Lernplattform mebis läuft nach anfänglichen Schwierigkeiten jetzt stabil, es werden aber noch viele weitere Tools von den Schulen genutzt. Allerdings ist der Umgang damit, sowohl auf Lehrer- wie auf Schülerseite, nicht immer eingespielt. Es ist für uns alle eine neue Situation, in die wir erst reinwachsen müssen. Es zeigt sich aber auch: Vieles läuft jetzt besser als am Anfang“, meint Schwägerl.

Dazu kommen unterschiedliche technische Rahmenbedingungen in den Elternhäusern. Während manche Haushalte Arbeitszimmer mit Büroinfrastruktur haben, ist es andernorts üblich, Tablet oder Smartphone zu nutzen, auch Drucker sind nicht überall vorhanden. Genauso gut kann es sein, dass die digitalen Arbeitsplätze auch von den Eltern beansprucht werden, wenn diese im Homeoffice sind. „Den unterschiedlichen technischen Voraussetzungen müssen wir uns stellen und das bei der Aufgabenstellung berücksichtigen und zum Beispiel bewusst mit analogen Materialien, also zum Beispiel dem Schulbuch, arbeiten. Wir Lehrkräfte brauchen auch Feedback von zuhause, wo es hakt. Damit müssen wir alle offen umgehen und das kann vor Ort gut gelöst werden“, appelliert Schwägerl.

Herausforderungen bei Feedback und Kommunikation

Feedback ist zentraler Bestandteil von Schule, ständig gibt es Rückmeldungen zwischen Lehrer, Schüler und Eltern. Dies ist nun größtenteils weggebrochen. Schwägerl konkret: „Wir sind ja nicht Lehrer geworden, um Homeschooling zu machen, auch für uns ist das eine neue Situation. Auch uns fehlt der direkte und informelle Austausch mit den Kollegen und der Kontakt mit unseren Schülern. Durch den Wegfall der nonverbalen Kommunikation bleiben auch viele Informationen auf der Strecke. Umso wichtiger ist es jetzt, den Kontakt zu halten und im Gespräch zu bleiben. Dafür gibt es zahlreiche technische Möglichkeiten.“ Klar ist aber auch: Keine Lehrkraft kann ständig mit ihren 150 oder 200 Schülern in Kontakt treten. Daher haben sich an den Schulen unterschiedliche Herangehensweisen entwickelt. Eine kann zum Beispiel sein: Jeder Schüler hat pro Woche direkten Kontakt mit mindestens einem Lehrer. „Wir müssen darauf achten, dass alle Schüler erreicht werden, unabhängig vom Engagement der Eltern. Jeder Schüler soll beteiligt werden und beteiligt sein“, endet Schwägerl.