TAG DES GRUNDGESETZES

Tag des Grundgesetzes, ein zuverlässiges Regelwerk

Bewusstsein in den Schulen aufrechterhalten – Demokratiebildung stärken

„Demokratie braucht Bildung“ ist eines der Leitthemen des Bayerischen Philologenverbandes (bpv). Basis der Demokratiebildung ist dabei das Grundgesetz, dessen Jahrestag am 23. Mai begangen wird. Den Schulen obliegt mehr denn je die Aufgabe, die Grundwerte der Demokratie zu vermitteln und die Schülerinnen und Schüler politisch zu bilden. Eine aktuelle Studie kommt gar zu dem Ergebnis, dass der Politikunterricht in Bayern zu kurz kommt (vgl. SZ vom 18.05.: https://bit.ly/3gbTOkD).

Dies schränkt Michael Schwägerl, der Vorsitzende des bpv jedoch ein: „Politische Bildung findet nicht nur im Fach Sozialkunde statt, sondern in vielen Fächern. Das umfasst die Klassensprecherwahl genauso, wie zum Beispiel den Geographieunterricht oder bereits das Fach HSU (Heimat- und Sachunterricht) in der Grundschule. Dennoch brauchen wir eine Stärkung der politischen Bildung, weshalb wir im neuen G9 das Fach PuG (Politik und Gesellschaft) unterstützt haben. Wir dürfen gerade jetzt die politische Bildung unserer Kinder und Jugendlichen nicht Verschwörungstheoretikern und dubiosen Youtubern überlassen.“

71 Jahre GG

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz vom Parlamentarischen Rat unter Führung des späteren Bundeskanzlers Konrad Adenauer – eigentlich als Verfassungsprovisorium – verabschiedet und es markiert den Beginn der Bundesrepublik Deutschland. Gezeichnet von den Erfahrungen der beiden Weltkriege waren für die Väter und Mütter des Grundgesetzes die Freiheitsrechte zentral. Sie orientierten sich dabei an der Paulskirchenverfassung von 1849, die noch heute geltende freiheitliche Grundrechte enthielt, wie beispielsweise Meinungs-, Versammlungs-, Presse- oder Glaubensfreiheit.

Seit seiner Einrichtung vor 71 Jahren blickt das Grundgesetz auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurück. Nach der Auflösung des DDR-Regimes fand es am 3. Oktober 1990 für ganz Deutschland seine Gültigkeit. Für zahlreiche Länder, die aus einer Diktatur kamen, wie beispielsweise Spanien, Tschechien, die Slowakei oder Kroatien, diente es als Vorbild. Auch junge Demokratien in Südamerika oder Asien orientierten sich stark am deutschen Grundgesetz.

Das Grundgesetz als Stütze unserer Demokratie

„Das Grundgesetz ist das Fundament und die Stütze unserer Demokratie. Seine Werte, vor allem die Grundrechte, gilt es zu schützen und zu verteidigen“, meint Schwägerl und ergänzt: „Die Vermittlung dieser Werte ist eine zentrale Aufgabe der Schulen. Nur so kann ein Bewusstsein für unsere Staatsform entwickelt werden und ein Bekenntnis zu unserer Demokratie gelingen.“

Gerade in der heutigen Zeit, in der viele kontroverse Diskussionen geführt werden, nicht nur hinsichtlich der Coronakrise, kann das Grundgesetz als Leitlinie dienen. „Debatten können und sollen gegensätzlich verlaufen, aber unter Berücksichtigung der Grundrechte und auf Basis unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, schließt Schwägerl.