"SCHULEN AUF" REICHT NICHT!

Was in den Ferien getan werden muss, damit die Schule nach den Ferien sicherer wird

„Der Wert der Bildung wurde nun anscheinend erkannt", äußert sich Michael Schwägerl, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands. Im März waren die Schulen als eine der ersten Einrichtungen komplett geschlossen worden, jetzt sollen sie um fast jeden Preis offenbleiben. Das Mantra der Kultusminister scheint zu lauten: Wir halten die Schulen offen. Punkt.

„Auch wir wollen im Präsenzunterricht bleiben und geben unser Bestes, damit die Kinder maximal geschützt und maximal unterrichtet werden", schildert Schwägerl. “Beim ‘Punkt’ darf es aber nicht bleiben. Nach wie vor sind in den Klassenzimmern viele Menschen aus teilweise mehr als 30 Haushalten zusammen und es gibt viele Kontakte auf engem Raum.”

Deswegen muss nach dem Mantra noch mehr kommen:

FFP-2 Masken für alle Lehrkräfte
Der Dienstherr soll für größtmöglichen Schutz sorgen - hier sind FFP-2 Masken eine dringend notwendige Maßnahme. „Wenn Schulen systemrelevant sein sollen, und die letzten Aussagen lassen das vermuten, dann muss der Dienstherr auch für maximalen Schutz sorgen", stellt Schwägerl fest.

Investitionen in mobile Raumluftreiniger
Die Kommunen müssen jetzt möglichst schnell alle Räume an den Schulen untersuchen und mobile Raumluftreiniger anschaffen. „Das Geld ist da. Die Empfehlungen der Forschung immer eindeutiger. Die Kommunen dürfen sich ihrer Verantwortung für die Schüler und Lehrkräfte nicht entziehen", appelliert Schwägerl. Die Stadt München hatte zuletzt entschieden, keine Investitionen in diesem Bereich zu tätigen (vgl. bpv-PM vom 21.10.20).

Einheitliches Vorgehen der Gesundheitsämter
Es braucht ein einheitliches Vorgehen der Gesundheitsämter, wenn es zu Coronafällen an Schulen kommt. In gleichen Situationen muss gleich gehandelt werden. Gerade an Gymnasien, Realschulen und Beruflichen Oberschulen sind oft Schüler mehrerer Landkreise in einer Klasse. Wenn für Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Maßnahmen gelten, weil die jeweiligen Gesundheitsämter unterschiedlich vorgehen, schwächt das die Akzeptanz der Maßnahmen und verstärkt die Unsicherheit bei allen Beteiligten.

„Wir Lehrkräfte werden nach den Ferien wieder unser Bestes geben. Dazu brauchen wir aber auch den besten Schutz. Deswegen müssen die Kommunen und der Dienstherr die Ferien nutzen", fordert Schwägerl. Der bpv appelliert aber auch an die ganze Schulfamilie: „Wenn Schulen prinzipiell offenbleiben sollen – und das ist unser Ziel – dann müssen alle ihren Beitrag leisten - gerade jetzt in den Ferien, aber auch danach. Lasst besondere Vorsicht walten und reduziert persönliche Kontakte. Wir wissen, das schmerzt und ist schwierig. Aber jetzt müssen alle mithelfen“, schließt Schwägerl ab.