HALBJAHR OHNE ZEUGNIS

An vielen Schulen im Freistaat gibt es morgen gar keine Zwischenzeugnisse – ein besonderer Termin ist der Halbjahreswechsel am Gymnasium dennoch.

Am Ende des ersten Schulhalbjahres nicht mit dem Zeugnis nachhause kommen? Für viele bayerischen Schüler wird das morgen ganz normal sein. Denn seit über zehn Jahren ist es in Bayern möglich, in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 das Zwischenzeugnis durch schriftliche Informationen über das Notenbild zu ersetzen.

Wie eine Umfrage des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) zeigt, machen davon rund 40 Prozent der bayerischen Gymnasien Gebrauch.

In der Praxis bekommen die Schüler mindestens zweimal pro Schuljahr eine Art Kontoauszug mit allen erworbenen Noten. Michael Schwägerl, der Vorsitzende des bpv, erläutert: „Feedback ist ein zentraler Bestandteil von Schule, das beinhaltet auch die Rückmeldung über die erbrachten Leistungen in Form von Zensuren. Dass dieses Feedback auch öfter und differenzierter über schriftliche Zwischenberichte erfolgt, kann eine sinnvolle pädagogische Maßnahme sein.“

Entscheidend dabei sei, so Schwägerl, dass den Schülern und Lehrern der Druck des Halbjahrestermins genommen werde. Somit seien auch über den Halbjahreswechsel hinaus Leistungsnachweise möglich. „Dies wiederum entzerrt den Schulaufgabenplan. Wichtig ist letztlich, dass es Feedback gibt, ob mit klassischem Zwischenzeugnis oder mit den Zwischenberichten.“

Alles neu macht der Februar

Dennoch wird der Halbjahreswechsel in vielen Gymnasialklassen zu spüren sein, auch ohne Zeugnis. Denn zum Halbjahr werden neue Lehrer eingestellt, ältere gehen in Pension, wieder andere kehren aus der Elternzeit zurück und Referendare starten in ihre Ausbildung.

„Viele Klassen werden im zweiten Halbjahr neue Lehrkräfte bekommen, auch der Stundenplan wird sich vielleicht ändern. Diesen Schwung gilt es nach den Winterferien mitzunehmen für das zweite Halbjahr – für Schüler, Eltern und Lehrer. Insofern ist der Halbjahreswechsel auch ohne Zwischenzeugnis am Gymnasium ein besonderer Termin“, schließt Schwägerl ab.