LEHRERMANGEL AM GYMNASIUM DROHT

Einführung des G9 erfordert mehr als 2.500 Einstellungen im Jahr 2025

Im Rahmen seiner Hauptversammlung in Nürnberg weist der bpv weiterhin auf einen drohenden Lehrermangel an Gymnasien im Zuge der Einführung des G9 hin.

Jahrelang wurden nur ca. 25% eines Jahrgangs (Aktueller Jahrgang + Warteliste) eingestellt. Momentan zeigt sich zwar eine leichte Entspannung bei den Einstellungen, dennoch gibt es weiterhin einen großen Bewerberüberhang. Dieser wird sich jedoch verringern, was sich bereits jetzt in der zwar immer noch hohen, aber abnehmenden Zahl der Wartelistenberechtigten zeigt. Der Grund dafür sind unter anderem die Zweitqualifizierungen und das Auslaufen der Wartelistenberechtigung nach fünf Jahren. Auch die Absolventenzahlen werden abnehmen, da bereits jetzt – aufgrund der jahrelangen schlechten Einstellungschancen – die Zahl der Studierenden im Lehramt zurückgeht.

Jetzt müssen die Weichen für 2025 gestellt und Lehrkräfte über den Bedarf eingestellt werden, sonst droht auch am Gymnasium ein Lehrermangel. Es wurden bereits Maßnahmen getroffen, diese reichen jedoch nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Der bpv fordert einen Maßnahmenkatalog für eine vorausschauende Einstellungspolitik. Die politischen Entscheidungsträger müssen jetzt die Weichen stellen, um Stundenausfall und sinkende Qualität durch Aushilfen, Studenten und Quereinsteiger ohne entsprechende Qualifikation im Jahr 2025 zu vermeiden.

Der bpv fordert:

- Den Ausbau der integrierten Lehrerreserve an den Gymnasien. Damit können die Schulen flexibler auf kurz- und mittelfristige Ausfälle aufgrund von z.B. Krankheit oder Schwangerschaft reagieren.

- Die Einrichtung einer Fortbildungsoffensive an den Schulen. Wir wollen zusätzliche Lehrerstunden an den einzelnen Schulen für die Fortbildung zum Beispiel im Rahmen der Digitalisierung. Dies garantiert nicht nur die Qualität an den Gymnasien weiter auf hohem Niveau, sondern schafft auch zahlreiche zusätzliche Stellen.

- Die Reduzierung des eigenverantwortlichen Unterrichts im zweiten Ausbildungsabschnitt. Momentan unterrichten Referendare mehr Stunden, als sie es in der Ausbildung müssten. Jetzt könnte man diese Stunden zurückfahren, um den Ausbildungscharakter zu stärken und die jungen Lehrkräfte zu entlasten. Gleichzeitig würden so in ganz Bayern auch Lehrerstellen generiert werden.

Grafik:
Tilo Hemmert