ZWISCHEN DEN STÜHLEN?

Bitte keine Einheitsbank in der bayerischen Lehrerbildung!

Kinofilm nicht als Anlass zur Debatte über die Lehrerbildung benutzen



Überforderte Referendare, die auf sich allein gestellt sind und von unprofessionellen Ausbildern betreut werden - der Kinofilm „Zwischen den Stühlen“ zeigt schockierende Verhältnisse in der Lehrerausbildung in Berlin. In Bayern sieht der Referendaralltag dagegen anders aus. Die Vorsitzende der Studierendenvertretung des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), Alexandra Breun, warnt daher vor schnellen Fehlschlüssen auf die bayerische Lehrerbildung und vor einer Aufweichung der fachlichen Inhalte im Studium.

„Die Lehrkräfte am Gymnasium sind dafür ausgebildet, die Schüler auf die Universität vorzubereiten“, sagt Breun, „jede Schulart stellt andere Herausforderungen an die Lehrer. Wir müssen daher weiter die Studiengänge nach Schularten trennen. Sonst geht es am Ende auf Kosten der Schüler und das wollen wir nicht.“

Im Fach Erziehungswissenschaften sollten den Studierenden mehr Möglichkeiten zum praktischen Üben gegeben werden. Seminare wie Medien- oder Stimmbildung sind dafür geeignet, den oftmals realitätsfernen Theorieunterricht zu ersetzen. So sind die angehenden Lehrer in diesem Bereich noch besser auf den späteren Kontakt mit den Schülern vorbereitet. Durch eine gleichzeitige Beibehaltung des vertieften Fachstudiums wie zum Beispiel Mathematik oder Deutsch lernen die Studenten alles, was sie später für einen guten Fachunterricht brauchen. Davon profitieren später vor allem die Schüler.

Für Alexandra Breun ist es auch nötig, die Schulpraktika während des Studiums umzugestalten. Bisher haben die Studierenden nur in einem Praktikum die Möglichkeit zu lernen, wie eine Unterrichtsstunde auszusehen hat – allerdings nur in einem Fach. Breun wünscht sich deshalb zwei solcher Praktika, weil die meisten Lehrer auch zwei Fächer unterrichten. So sammeln sie gleich im Studium in jedem ihrer Unterrichtsfächer Erfahrung.

„Ein Gymnasiallehrer muss den Schülern Begeisterung für das Fach vermitteln“, ist sich Breun sicher, „das ist die beste Grundlage für guten Unterricht und gegen Berliner Verhältnisse. Dafür muss er aber selbst den Stoff komplett durchdrungen haben – und das geht nur mit einer Beibehaltung des vertieften Fachstudiums.“