WER DARF MEDIZIN STUDIEREN?

bpv fordert berechenbare und verlässliche Verfahren für den Hochschulzugang im Fach Medizin

Aus Sicht des Bayerischen Philologenverbands (bpv) muss die Kultusministerkonferenz (KMK) jetzt konsequent das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in der Frage der Zulassung zum Medizinstudium angehen. Das heißt für den Verband der Lehrer an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern: Mindestens 30 Prozent der Studienplätze sollen nach der Abiturnote vergeben werden, die restlichen über ein kombiniertes Verfahren, das die Abiturnote, einen Medizinertest sowie medizinische Vorerfahrungen berücksichtigt. Das fordert der bpv im Vorfeld der KMK-Tagung am 11./12. Oktober 2018 in Berlin, bei der sich die Kultusministerinnen und -minister der Länder auch mit dem wichtigen Thema der Studienplatzvergabe in den medizinischen Studiengängen befassen.

Abiturbestenquote auf mindestens 30 Prozent erhöhen

bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl erklärt dazu: „Wir fordern die Vertreter Bayerns auf, sich bei der KMK für eine Erhöhung der Abiturbestenquote auf mindestens 30 Prozent einzusetzen. Die Abiturnoten stellen empirisch nachweisbar immer noch den besten Prädiktor für ein erfolgreiches Studium dar. Wenn nun 30 oder besser sogar 40 Prozent der Studienplätze über die Abiturnote vergeben werden, können sich auch Abiturienten ohne 1,0-Schnitt zu Recht Hoffnungen auf einen Studienplatz machen.“

Hochschuleigene Zugangsvoraussetzungen müssen verlässlich und vergleichbar sein

Daneben ist für den bpv wichtig, dass die hochschuleigenen Zugangsvoraussetzungen verlässlich und vergleichbar sind: Zwei Fünftel sollen über die Abiturnote, drei Fünftel über evidenzbasierte Medizinertests sowie medizinische Vorerfahrungen, zum Beispiel eine Pflegeausbildung, eingebracht werden. „Diese Entscheidungsfaktoren sind gut messbar und vergleichbar und damit wird eine entsprechende Gewichtung von Medizinertests und Vorerfahrungen sichergestellt“, schließt Schwägerl ab. Bei den Auswahlverfahren der Hochschulen ist für den bpv auch denkbar, eine sogenannte „Landarztquote“ einzuführen, durch die sich Kandidaten nach dem Studium für eine gewisse Zeit als Hausarzt niederlassen müssen.