SOMMERZEIT BRINGT SCHÜLERN DUNKELHEIT

Philologenverband zur geplanten Abschaffung der Zeitumstellung
 
„Die Verlierer einer dauerhaften Sommerzeit könnten Millionen Kinder und Jugendliche sein“, stellt Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands (bpv), fest. Er widerspricht damit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und stellt sich gegen den aktuellen Trend, eine dauerhafte Sommerzeit zu befürworten.
 
Schwägerl teilt dagegen die Sichtweise des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Heinz-Peter Meidinger, und konkretisiert: „Bei einer dauerhaften Sommerzeit wäre am 15. Januar erst um 09:00 Uhr in München Sonnenaufgang, in Hamburg sogar erst um 9.30 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler sind zu diesem Zeitpunkt bereits bis zu drei Stunden wach. Sie sind mitten in der Nacht aufgestanden, haben sich in der Dunkelheit auf den Schulweg gemacht und sehen nach zwei oder drei Stunden Unterricht in der Pause das erste Tageslicht. Angesichts eines Licht-gesteuerten Biorhythmus kann das nicht gut für die Entwicklung und die Leistungsfähigkeit sein, vom erhöhten Unfallrisiko bei übermüdeten Schülern auf dunklen Straßen ganz zu schweigen.“ Selbst am 1. März würde im Süden Deutschlands die Sonne erst mit Schulbeginn aufgehen. Die Schülerinnen und Schüler würden sich damit von Oktober bis März im Dunkeln auf den Schulweg machen.
 
„Bei der Entscheidung zur Zeitumstellung sollte der Blick nicht nur auf die Welt der Erwachsenen oder auf die Vorteile bei der abendlichen Freizeitgestaltung im Sommer gerichtet werden“, mahnt Schwägerl.