NOTMAßNAHME OHNE NOT

Referendarvertretung fordert Reduzierung der zusätzlichen Unterrichtsbelastung

Die Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) im Bayerischen Philologenverband (bpv) fordert, die massive Mehrarbeitsverpflichtung von Referendaren an Gymnasien zu reduzieren und nimmt damit Bezug auf einen Antrag, den die SPD heute in den Bildungsausschuss des Landtags eingebracht hat.
Seit Jahren ist es in Bayern gängige Praxis, Referendare, die sich eigentlich ihrer Ausbildung widmen sollten, in massivem Umfang für Unterrichtsaushilfen einzusetzen. Für die rjv und ihren Vorsitzenden Dominik Lörzel ein Unding: „Diese Regelung wurde als Notmaßnahme in Zeiten des Lehrermangels an Gymnasien beschlossen. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine Notsituation erkennen. Ganz im Gegenteil: Es herrscht ein Stellenmangel und die Referendare müssen trotzdem mehr arbeiten, als sie eigentlich müssten.“

Referendariat familienfreundlich gestalten

Die Ausbildungsordnung gibt klar vor, dass bis zu elf Unterrichtsstunden im Zweigschuleinsatz angemessen sind, die meisten Referendare müssen jedoch fünf bis sechs Stunden zusätzlich unterrichten. Lörzel berichtet: „In der Realität entspricht das oft 60 Arbeitsstunden pro Woche, da ist die Überlastung für viele jungen Kolleginnen und Kollegen vorprogrammiert.“ Zwar werden die zusätzlichen Stunden vergütet, für die rjv ist das minimal erhöhte Gehalt jedoch teuer erkauft. Sie plädiert stattdessen dafür, die Wochenstundenanzahl auf 14 zu senken, so werden die angehenden Gymnasiallehrer gut auf die Zukunft als Vollzeitlehrer vorbereitet und das Referendariat behält gleichzeitig seinen Ausbildungscharakter. Zusätzlich soll für Referendare, die eigene Kinder haben oder Angehörige pflegen, auf Antrag auch eine Reduzierung möglich sein. „Wer Kinder zu betreuen hat, soll auf die Mehrarbeit verzichten können. So können Familie und Beruf vereinbart werden, das sollte auch im Sinne des Dienstherrn sein“, meint Lörzel.

Relikt aus Zeiten des Lehrermangels

Die letzte Erhöhung der Maximalstundenanzahl war 2007, als händeringend Gymnasiallehrer gesucht wurden. Beim Einstellungstermin im Februar 2018 erhielten aber nur 23 Prozent der Absolventen eine feste Stelle am Gymnasium, es gibt also genug Bewerber. Daneben wäre die Reduzierung der Stunden auch eine Investition in die Zukunft, wie Lörzel erläutert: „Im Hinblick auf die 2600 Stellen, die laut aktueller Lehrerprognose im Jahr 2025 gebraucht werden, muss bereits jetzt gehandelt werden: Jede heute eingestellte Lehrkraft hilft, den zukünftigen Bedarf abzufedern. Der Freistatt steht finanziell hervorragend da, jetzt muss auch vorausschauend in Köpfe investiert werden.“
Die Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) im Bayerischen Philologenverband (bpv) fordert, die massive Mehrarbeitsverpflichtung von Referendaren an Gymnasien zu reduzieren und nimmt damit Bezug auf einen Antrag, den die SPD heute in den Bildungsausschuss des Landtags eingebracht hat.
Seit Jahren ist es in Bayern gängige Praxis, Referendare, die sich eigentlich ihrer Ausbildung widmen sollten, in massivem Umfang für Unterrichtsaushilfen einzusetzen. Für die rjv und ihren Vorsitzenden Dominik Lörzel ein Unding: „Diese Regelung wurde als Notmaßnahme in Zeiten des Lehrermangels an Gymnasien beschlossen. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine Notsituation erkennen. Ganz im Gegenteil: Es herrscht ein Stellenmangel und die Referendare müssen trotzdem mehr arbeiten, als sie eigentlich müssten.“

Referendariat familienfreundlich gestalten

Die Ausbildungsordnung gibt klar vor, dass bis zu elf Unterrichtsstunden im Zweigschuleinsatz angemessen sind, die meisten Referendare müssen jedoch fünf bis sechs Stunden zusätzlich unterrichten. Lörzel berichtet: „In der Realität entspricht das oft 60 Arbeitsstunden pro Woche, da ist die Überlastung für viele jungen Kolleginnen und Kollegen vorprogrammiert.“ Zwar werden die zusätzlichen Stunden vergütet, für die rjv ist das minimal erhöhte Gehalt jedoch teuer erkauft. Sie plädiert stattdessen dafür, die Wochenstundenanzahl auf 14 zu senken, so werden die angehenden Gymnasiallehrer gut auf die Zukunft als Vollzeitlehrer vorbereitet und das Referendariat behält gleichzeitig seinen Ausbildungscharakter. Zusätzlich soll für Referendare, die eigene Kinder haben oder Angehörige pflegen, auf Antrag auch eine Reduzierung möglich sein. „Wer Kinder zu betreuen hat, soll auf die Mehrarbeit verzichten können. So können Familie und Beruf vereinbart werden, das sollte auch im Sinne des Dienstherrn sein“, meint Lörzel.

Relikt aus Zeiten des Lehrermangels

Die letzte Erhöhung der Maximalstundenanzahl war 2007, als händeringend Gymnasiallehrer gesucht wurden. Beim Einstellungstermin im Februar 2018 erhielten aber nur 23 Prozent der Absolventen eine feste Stelle am Gymnasium, es gibt also genug Bewerber. Daneben wäre die Reduzierung der Stunden auch eine Investition in die Zukunft, wie Lörzel erläutert: „Im Hinblick auf die 2600 Stellen, die laut aktueller Lehrerprognose im Jahr 2025 gebraucht werden, muss bereits jetzt gehandelt werden: Jede heute eingestellte Lehrkraft hilft, den zukünftigen Bedarf abzufedern. Der Freistatt steht finanziell hervorragend da, jetzt muss auch vorausschauend in Köpfe investiert werden.“

Die rjv vertritt Referendare und junge Gymnasiallehrkräfte in den ersten vier Dienstjahren.



Für den Inhalt verantwortlich:
Dominik Lörzel, Vorsitzender der rjv (rjv@bpv.de)
Benedikt Karl, Pressereferent des bpv (presse@bpv.de; Mobil: 0172 8483399)