LESEN, NICHT WISCHEN!

Der Bayerische Philologenverband zum Welttag des Buches

„Lesen, nicht wischen!“ – Darauf weist der Bayerische Philologenverband (bpv) anlässlich des Welttags des Buches am kommenden Montag hin. Gerade im digitalen Zeitalter kommt der Lesekompetenz eine Schlüsselrolle zu. Der bpv fordert daher, bei aller Euphorie über Tablets oder Smartphones im Unterricht, den Wert des Lesens immer wieder zu betonen. Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, meint: „Nur wer zusammenhängende und komplexe Texte richtig verstehen und einordnen kann, ist auch in der Lage, selbst differenzierte und tiefgehende Texte zu verfassen. Das gilt gerade in einer Zeit, in der außerschulisch motivierte Schreibanlässe für längere Texte verschwinden.“

Geringere Aufmerksamkeitsspanne

Gymnasiallehrkräfte stellen immer wieder fest, dass die Schüler sich schwerer tun, zusammenhängende lange Texte aufmerksam und konzentriert zu lesen. „Wir spüren hier den Einfluss der modernen Medien: Kinder und Jugendliche sind nicht mehr so vertraut mit längeren Texten und das Smartphone leistet dazu sein Übriges. Daher kommt dem Lesen in der Schule eine immer größere Bedeutung zu. Wenn also Tablets oder Smartphones im Unterricht gefordert werden, dann darf das nicht auf Kosten gedruckter Texte in Büchern gehen. Das Ablenkungspotenzial bei digitalen Medien ist einfach viel zu groß, das sehen im Übrigen auch die Schüler so. Deswegen sagen wir: Tablet und Büchertasche, nicht entweder oder!“

Nicht nur im Fach Deutsch

Schwägerl ist sich sicher: „Lesen ist grundlegend für jede weitere Bildungsarbeit, denn nicht nur das Gelesene, sondern auch das Lesen an sich formt die Schülerinnen und Schüler und schafft so die Voraussetzungen für lebenslanges Lernen im kognitiven und affektiven Bereich. Wer über Lesekompetenz verfügt, erwirbt durch diese eine wichtige Grundlage für die Arbeit mit Texten nicht nur in Deutsch, sondern in allen Fächern.“