KLARES BEKENNTNIS ZUM GEGLIEDERTEN SCHULSYSTEM

Anmeldezahlen an Gymnasien bleiben konstant
 
 Bayernweit betrachtet lässt sich kein eindeutiger Trend bei den Anmeldezahlen an das Gymnasium feststellen. Dem Bayerischen Philologenverband (bpv), der die Lehrkräfte an Gymnasien vertritt, liegen Ergebnisse vor, nachdem die Zahl der künftigen Fünftklässler nur wenig über der des letzten Jahres liegen wird. Nach einer vom bpv durchgeführten Schnell-Abfrage ist mit einem Zuwachs in der Größenordnung von zwei Prozent zu rechnen, was etwa dem bayernweit prognostizierten Schülerzuwachs in den vierten Klassen der Grundschulen von gut drei Prozent entspricht.

Für Michael Schwägerl, den Vorsitzenden des bpv, ein klares Signal: „Die weitgehend konstanten Zahlen beim Übertritt zeigen, dass die Weiterentwicklung des Gymnasiums bayernweit keinen unmittelbaren Einfluss auf das Wahlverhalten hat. Vielmehr sind sie ein Beweis dafür, dass das differenzierte Schulsystem in Bayern stabil nachgefragt wird. Von einem plötzlichen ‚Run‘ auf das Gymnasium kann keine Rede sein. Durch das zusätzliche Jahr wird der Anspruch an die Schüler auch nicht sinken. Deswegen sollten bei der Wahl der geeigneten Schulart ohnehin in erster Linie individuelle pädagogische Aspekte eine Rolle spielen und keine strukturellen.“

Teils große lokale und regionale Unterschiede

Individuell müssen für den bpv auch die Übertrittszahlen an den einzelnen Schulen gesehen werden. Die Auswertung der verbandsinternen Umfrage zeigt, dass zwar die meisten Schulen relativ konstante Anmeldezahlen vorweisen. Andererseits gibt es aber auch teils erhebliche Schwankungen. Dies ist für den Philologenverband vor allem lokal zu erklären. So kann zum Beispiel starker Zuzug in eine Region (wie etwa München) ein Grund für steigende Schülerzahlen an den Gymnasien sein. Auch die Einrichtung eines neuen Zweigs oder die Etablierung besonderer Angebote (z.B. Hochbegabtenklassen) können an einer einzelnen Schule kurzfristig zum Anstieg führen. Auf der anderen Seite ist beispielsweise eine geplante Schulrenovierung oder der Neuaufbau einer weiterführenden Schule am gleichen Ort der Grund für einen momentanen Rückgang der Zahl der kommenden Fünftklässler. Schwägerl betont: „Die Erfahrung zeigt, dass an den einzelnen Schulen die Zahlen von Jahr zu Jahr stark schwanken können. Dennoch muss natürlich sichergestellt werden, dass bei steigenden Schülerzahlen frühzeitig genügend Lehrkräfte zugeteilt werden. Umgekehrt gilt es (bei fallenden Zahlen) Härten für die Beschäftigten im Falle von Abordnungen oder Versetzungen zu vermeiden.“