HALTUNG ZEIGEN, WÄHLEN GEHEN, VORBILD SEIN

Bayerischer Philologenverband ruft zur Wahl auf

Angesichts von nur 63,6 Prozent Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl vor fünf Jahren appelliert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv), Michael Schwägerl, an die bayerischen Wahlberechtigten: „Jetzt ist es an der Zeit, Haltung zu zeigen. Jede Ent-Haltung bedeutet Gleichgültigkeit, befördert letztlich Politikverdrossenheit und schwächt die Demokratie. Wir Wählerinnen und Wähler müssen auch für die Kinder und Jugendlichen in diesem Land ein Vorbild sein und unser Mitbestimmungsrecht wahrnehmen. Denn sie sind die Wähler von morgen. Wir können uns keine Ent-Haltungen leisten - weder jetzt, noch zukünftig.“

Lehrkräfte: Haltung zeigen

Neben dem Elternhaus ist es auch Aufgabe der Schule, Demokratie vorzuleben. Die Schule soll ein Marktplatz sein für Meinungsvielfalt, Toleranz und die Auseinandersetzung mit Gegensätzen. Junge Menschen müssen lernen, andere Meinungen auszuhalten, Mehrheiten zu akzeptieren und ggf. ihre eigene Meinung durch das Gegenüber korrigieren zu lassen. Schwägerl konkreter: „Dabei ist Demokratie zunächst nur ein Verfahren, erst Bildung definiert die Inhalte demokratischer Diskurse und Meinungsbildungsprozesse. Damit kommt den Schulen in unserer modernen Gesellschaft eine entscheidende Bedeutung zu. Wir Lehrkräfte dürfen uns nicht hinter einer falsch verstandenen politischen Neutralität verstecken, sondern müssen für unsere freiheitlichen, demokratischen Grundsätze und Werte einstehen. Ganz besonders dann, wenn uns anonymes Denunzieren bedroht.“

Schule: Viele demokratische Mitgestaltungsmöglichkeiten

Nicht nur bei der Wahl der Klassen- und Schülersprecher im Rahmen der Schülermitverwaltung (SMV) sind Kinder und Jugendliche in der Schule beteiligt. Auch die Mitarbeit im paritätisch besetzten Schulforum folgt demokratischen Prozessen. Dies gilt gleichermaßen für die Mitwirkung der Eltern im Elternbeirat. Schwägerl weiter: „Für uns Lehrkräfte ist die Lehrerkonferenz ein durch und durch demokratisches Gremium, in dem Haltung gefordert ist. Jeder Lehrer und jede Lehrerin muss eine Meinung einnehmen und diese vertreten. Enthaltungen sind hier nicht zulässig, die Mehrheit entscheidet. Aus dieser schulischen Erfahrung heraus wünschen wir uns für kommenden Sonntag: Mehr Haltung, weniger Ent-Haltung!“