EIN LEHRER IST KEINE EIERLEGENDE WOLLMILCHSAU!

bpv zum Welttag des Lehrers: Zeit und Unterstützung statt Sonntagsreden

Zum morgigen Welttag des Lehrers werden sie wieder kommen, die wohlmeinenden Reden über einen sehr wichtigen Berufsstand, über seine gesellschaftliche Relevanz und über dringend benötigte Wertschätzung. Der Bayerische Philologenverband (bpv), der die Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen vertritt, meint: Lehrkräfte brauchen heute keine Sonntagsreden, sondern vor allem zwei Dinge: Unterstützung und Zeit.

Weniger Hektik im Schulsystem

Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, erklärt: „Lehrkräfte möchten in Ruhe mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen arbeiten. Das ist der Kern ihrer Tätigkeit. Wenn jedoch den Schulen und damit den Lehrkräften immer mehr Aufgaben zugeschrieben werden, ideologisch motivierte Forderungen nach Experimenten am Schulsystem oder nach „dringend nötigen“ neuen Schulfächern Fuß fassen, ist die Folge: eine Flut neuer Verwaltungsvorschriften, immer mehr muss dokumentiert werden und Lehrkräfte wie Schulleitungen ersticken in zu erstellenden Konzepten.“

Zeit für das Wesentliche

All dies geht letztlich auf Kosten der Unterrichtsqualität, weil die Zeit für das Wesentliche fehlt. Michael Schwägerl betont: „Lehrer sind keine eierlegenden Wollmilchsäue! Wir sagen: Lehrkräfte brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Lasst sie in Ruhe mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten! Was wir brauchen ist Zeit für echte Bildung. Zeit für die Arbeit mit den Schülern, Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und für die Erprobung neuer, auch digitaler, Unterrichtsmethoden, Zeit für das Arbeiten im Team.“

Welttag des Lehrers 2019

Zum Weltlehrertag im nächsten Jahr wünscht sich Schwägerl: „Wenn das erfolgreiche Bildungswesen in Bayern fortgesetzt wird und Lehrer mehr Unterstützung und Zeit haben – dann sind wir auf einem guten Weg und man kann getrost auf Sonntagsreden verzichten.“