EIN HALBES JAHRHUNDERT EINSATZ FÜR REFERENDARE

Referendar- und Jungphilologenvertretung feiert Geburtstag; Familienfreundlichkeit und schlechte Einstellungschancen sind aktuelle Herausforderungen; Staatssekretärin Trautner gratuliert

Auch 50 Jahre nach ihrer Gründung ist die Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) im Bayerischen Philologenverband (bpv) wichtiger denn je. Das wurde auf dem Festakt anlässlich des runden Jubiläums deutlich. Die rjv fordert aktuell eine bessere Vereinbarkeit von Referendariat und Familie und eine kontinuierliche Mehreinstellung junger Gymnasiallehrkräfte.

„Die Lehrerzimmer an den Gymnasien werden immer jünger und weiblicher, das ist ein Unterschied zu 1968. Dann müssen aber auch die Arbeitsbedingungen familienfreundlicher gestaltet werden“, fordert Angelika Wildgans, Vorsitzende der rjv. Sie bezieht sich auf die Tatsache, dass Referendare neben der eigentlichen Ausbildungszeit zusätzlich als Unterrichtshilfen eingesetzt werden. „Diese zusätzliche Belastung muss zumindest für diejenigen Referendare zurückgenommen werden, die parallel Familienangehörige, vor allem Kinder, zu versorgen haben.“

Dazu kommt, dass die meisten jungen Lehrer im Anschluss an die Ausbildung keine Stelle am Gymnasium bekommen. „Es ist den jungen Lehrkräften schwer vermittelbar, dass sie einerseits mit sieben Stunden pro Woche als Unterrichtsaushilfen eingesetzt werden und andererseits im Anschluss keine Planstelle bekommen“, kommentiert Wildgans den anhaltenden Missstand. „Eine Verbreiterung des Einstellungskorridors für die Jahrgangsbesten würde sowohl die Referendarinnen und Referendare, als auch die erfahrenen Lehrkräfte im Alltag entlasten und letztlich den Schülern zugutekommen. Nicht zuletzt sind gerade im Hinblick auf den erhöhten Bedarf 2025 wegen des neunjährigen Gymnasiums eine Aufstockung der Lehrerreserve und eine kontinuierliche Mehreinstellung erforderlich.“

In ihrem Grußwort zum 50-jährigen Bestehen lobte Kultusstaatssekretärin Carolina Trautner die gute Zusammenarbeit und konstruktive Kritik der rjv. Der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Martin Güll, MdL, forderte die Staatsregierung auf die guten Ideen der rjv umzusetzen.