DEMOKRATIE BRAUCHT BILDUNG - MEHR DENN JE!

Beim 59. internationalen Bodenseetreffen in Lindau tauschen sich Lehrkräfte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein aus.

„Giffey regt Gesetz zur Förderung der Demokratie an“ (Weserkurier 05.09.18)
„Bundespräsident Steinmeier warnt vor Verachtung der Demokratie“ (DW, 07.09.18)
„Kretschmann: Es braucht eine mutige Grundhaltung“ (NZZ, 14.10.17)
„Demokratie in Gefahr“ (NVT, 12.08.18)

Wenn in einer Demokratie die Demokratie selbst zum Inhalt von Nachrichten wird, dann verdeutlicht das, dass demokratische Prozesse nicht selbstverständlich sind. Sie müssen erlernt und geübt werden. Dies ist – heute umso mehr – Aufgabe der Schulen, denn Demokratie braucht Bildung. Unter diesem Motto treffen sich beim 59. Bodenseetreffen Lehrkräfte höherer Schulen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein am 15. und 16. September in Lindau.

Demokratie muss mit Werten gefüllt werden

Aus Sicht der beteiligten Verbände ist es Aufgabe der Schule, ein Ort zu sein für Meinungsvielfalt, Toleranz und die Auseinandersetzung mit Gegensätzen. Junge Menschen müssen lernen, ihre eigene Meinung einzubringen und sie durch andere hinterfragen zu lassen, von der eigenen abweichende Meinungen zu akzeptieren und Mehrheiten zu respektieren.
Erst Bildung und Erziehung definieren die Inhalte demokratischer Diskurse und Meinungsbildung und ermöglichen einen festen Wertekanon, der als Leitschnur unseres Handelns dient. Damit kommt den Schulen in der modernen Gesellschaft eine entscheidende Bedeutung zu.

Damit Schule dies leisten kann, fordern die Verbände:

Demokratie braucht die face-to-face-Kommunikation und soziales Miteinander.
D

er virtuelle Raum kann das soziale Gefüge in Debatten, Diskussionen und persönlichen Gesprächen nicht ersetzen. Schule muss daher – gerade im digitalen Zeitalter – sowohl im Unterricht als auch in den unterrichtsfreien Zeiträumen durch direkte menschliche Kommunikation geprägt sein.

Grundlage der Demokratieerziehung sind die Werte einer Gesellschaft, repräsentiert durch die Lehrkraft.


Lehrerinnen und Lehrer sollen demokratische Prozesse an den Schulen nicht nur vermitteln oder moderieren, sondern müssen für die Werte der Gesellschaft eintreten und sie durch ihre Haltung vorleben. Eine neutrale, inhaltsleere Herangehensweise im Sinne einer reinen „Demokratie-Kompetenz“ reicht nicht und wäre falsch verstandene politische Neutralität.

Aktuelles politisches Geschehen gehört in die Klassenzimmer.


In Zeiten, in denen in immer weniger Familien über Politik diskutiert wird, müssen aktuelle Ereignisse im Unterricht thematisiert werden. Es ist Aufgabe der Lehrkräfte, diese mit den Schülern zu behandeln, aufzuarbeiten und einzuordnen. Wir können nicht jahrelang warten, bis ein Thema den Weg in den Lehrplan oder die Schulbücher gefunden hat.
Es braucht also, egal ob in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Liechtenstein, ein Mehr an Bildung, damit unsere wertebasierte Demokratie auch in Zukunft Bestand haben kann.

Die teilnehmenden Verbände am Bodenseetreffen sind:
Bayerischer Philologenverband, diesjähriger Ausrichter
Philologenverband Baden-Württemberg
Gymnasiallehrerverein des Fürstentums Liechtenstein
Österreichische Professorenunion
Kantonaler Mittelschullehrerinnen- und Mittelschullehrer-Verband St. Gallen
Verein Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer


Weitere Informationen zum Bodenseetreffen: www.bodenseetreffen.eu