ÜBERTRITT IST LEISTUNGS- UND SOZIAL GERECHT

Bayerisches Übertrittsverfahren ist leistungs- und sozial gerecht

Am 02.05. erhalten die bayerischen Viertklässlerinnen und -klässler ihre Übertrittszeugnisse. Für den Bayerischen Philologenverband (bpv) ist die Empfehlung der Grundschullehrkräfte dabei eine wichtige Hilfestellung. Der Vorsitzende des bpv, Michael Schwägerl, erklärt: „Nach der mehrjährigen intensiven Begleitung eines Kindes sind die Lehrkräfte an den Grundschulen besonders prädestiniert, eine fundierte Prognose über die individuell passende Schullaufbahn eines jeden Kindes abzugeben. Aus unserer Sicht ist das in Bayern praktizierte Verfahren im Vergleich mit der völligen Freigabe des Elternwillens wesentlich prognosesicherer und sozial eindeutig gerechter: Denn das jetzige Verfahren erhöht vor allem für Kinder aus bildungsferneren Familien die Chancen, eine geeignete weiterführende Schule auszuwählen.“ Gewinner einer Abschaffung wären dagegen Kinder aus ökonomisch privilegierten Verhältnissen. Michael Schwägerl betont: „Wenn Eltern ihre Kinder überschätzen, dann untergräbt die Freigabe des Elternwillens gerade den Anspruch an ein sozial gerechtes Bildungssystem. Gerade als Pädagogen wollen wir nicht, dass die Herkunft oder der Geldbeutel der Eltern über den Besuch einer Schulart entscheiden. Was diese Debatte braucht, ist mehr Objektivität und weniger instrumentalisierte Emotionalität.“

Wissenschaft einig: Freigabe des Elternwillens verstärkt soziale Ungerechtigkeit

Auch wissenschaftliche Forschungen bestätigen die Erfahrung vieler Lehrkräfte aus Grund- und weiterführenden Schulen, dass der Elternwille bei der Übertrittsentscheidung nicht selten problematisch, weil höchst subjektiv ist. Der Bildungsforscher Prof. Dr. Klaus Klemm meint dazu: „Je freier die Elternwahl, desto größer die soziale Ungerechtigkeit.“ Und auch Prof. Dr. Kai Maaz vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung stellt klar fest: „Die soziale Ungerechtigkeit verstärkt sich in Bundesländern, in denen der Elternwille freigegeben ist.“ Die kompetente Lehrerprognose in Kombination mit Tests ist ein Verfahren, das sich wesentlich stärker an den objektiven Leistungen der Schüler orientiert, als dies die Eltern tun. Es wird dem Kind und seiner guten schulischen und persönlichen Entwicklung daher am besten gerecht.