KEINE BALLUNGSRAUMZULAGE FÜR JUNGE LEHRER

Beschluss des Ministerrats schließt Referendare aus

Am 21.11.17 hat der Ministerrat der Staatsregierung beschlossen, die Ballungsraumzulage für Beamte zu erhöhen und bekam dafür viel Applaus. Diesem kann sich die Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) im Bayerischen Philologenverband (bpv) nicht anschließen. Für junge Lehrer gibt es diese Zulage gar nicht, da am sogenannten Anwärtergrenzbetrag festgehalten wird. Dieses Relikt sorgt dafür, dass selbst Anwärter mit geringem Einkommen gar keine Zulage erhalten, während Beamte mit wesentlich höheren Bezügen profitieren.

„Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, dass Studienreferendaren, die mit nicht einmal 1.400 Euro im Monat im Ballungsraum München überleben müssen, eine Leistung verweigert wird, die andere noch mit Bezügen von fast 3.500 Euro erhalten“, meint Dominik Lörzel, Vorsitzender der rjv. „Die kürzlich beschlossene Erhöhung der Zulage um 50% ist grundsätzlich zu begrüßen, muss aber unbedingt auch Anwärtern im Lehrerberuf zugutekommen.“

Die rjv weist darauf hin, dass gerade Referendare bei einer Versetzung in das Münchner Ballungsgebiet mit massiven weiteren Problemen konfrontiert sind: Versetzungen erfolgen in der Regel ohne Vorwarnung mit einer Frist von nur wenigen Wochen, was das Finden einer bezahlbaren Wohnung fast unmöglich macht. Selbst Staatsbedienstetenwohnungen sind in dieser Zeit praktisch nicht zu bekommen. Und von der für andere Beamte selbstverständlichen Ballungsraumzulage sind sie aufgrund dieser sinnlosen Grenze ausgeschlossen.

Lörzel sieht daher dringenden Nachbesserungsbedarf: „Es ist schwer zu vermitteln, weshalb gerade an den Referendaren gespart wird. Die Staatsregierung erwartet von ihnen enorme Flexibilität, hält selbst aber starr an einer Regelung fest, die mit geringem finanziellem Aufwand gerecht ausgestaltet werden könnte.“