BPV ZUM SCHULJAHRESBEGINN

Eltern und Schüler: Gelassen ins neue Schuljahr gehen

Viele junge Lehrkräfte ohne feste Anstellung


Vor Beginn des neuen Schuljahres rät Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands (bpv), Eltern und Schülern zur Gelassenheit: „Der Beginn eines neuen Schuljahres ist für Schülerinnen und Schüler immer ein spannender Moment: Vielleicht warten neue Mitschüler, neue Lehrer oder gar eine neue Schule auf die Kinder und Jugendlichen. Wichtig ist es deshalb, gerade am Beginn des Schuljahres die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen und gelassen, aber voller Energie und mit Neugier in die ersten Wochen zu gehen. Es bringt nichts, Druck auszuüben.“

Neuer Lehrplan und G9

„Vor allem für die fünften Klassen ist der nächste Dienstag ein spannender Tag. An vielen Gymnasien gibt es für die Fünftklässler spezielle Einführungs- und Kennenlerntage, die Schulen und Klassenlehrer sind bestens auf die neuen Schüler vorbereitet“, erklärt Schwägerl. Dabei ist die diesjährige fünfte Jahrgangsstufe eine ganz besondere: Einerseits ist sie die erste, die am Gymnasium auch mit neuen Schulbüchern nach dem LehrplanPLUS unterrichtet wird. Andererseits ist dieser Jahrgang gleichzeitig der letzte, der in das G8 eintritt, und der erste, der ab dem Schuljahr 2018/19 das G9 durchläuft.

Schwägerl erläutert weiter: „Eine Premiere ist für die Kolleginnen und Kollegen auch der neue LehrplanPLUS, auf den sie durch eine seit zwei Jahren laufende Fortbildungskampagne vorbereitet werden. Zukünftig muss in diesem Rahmen die Digitalisierung noch stärker in den Fokus gerückt werden, unterstützt durch die im „Masterplan BAYERN DIGITAL II“ angekündigten Mittel.“

Prüfungen am Ende der Ferien

Viele Lehrkräfte sind zudem weit vor Beginn des Unterrichts im Dienst: In den letzten Ferienwochen müssen die Stundenpläne erstellt, weitere organisatorische Planungen erledigt und Konferenzen durchgeführt werden. Aber auch Prüfungen werden abgenommen und korrigiert: So fanden an den Gymnasien die Nachprüfungen in der Mittelstufe sowie die sogenannte „Besondere Prüfung“ zur Erlangung des mittleren Schulabschlusses statt.

Wenig Freude bei vielen jungen Lehrkräften

Keinen Anlass zur Gelassenheit bietet für den bpv dagegen die berufliche Situation vieler Kolleginnen und Kollegen, die keine Anstellung gefunden haben. Schwägerl betont: „Aufgrund der anhaltend geringen Einstellungszahlen am Gymnasium stehen hunderte gut ausgebildete Lehrkräfte vor ungewissen Berufsaussichten oder Arbeitslosigkeit. Wir appellieren an die Politik, bereits jetzt an später zu denken und vorausschauend einzustellen. Denn bis 2025 werden wegen der Einführung des G9 am Gymnasium 1000 zusätzliche Lehrkräfte benötigt.“