SCHULE ALS LEBENSVORBEREITUNG

In Bayern funktioniert das gut

„Die Vorbereitung auf das Leben ist ein wichtiges Ziel des bayerischen Gymnasiums; die Verdeutlichung von praktischen Anwendungsbezügen, die lebensweltliche wie die Berufsorientierung sind in vielen Fächern und auf vielfältige Weise fest verankert“, betont der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt zu der durch die Twitter-Botschaften einer Kölner Gymnasiastin ausgelösten bundesweiten Diskussion um dieses Thema.

Gerade im Fach ‚Wirtschaft und Recht‘, einer bayerischen Besonderheit, werden seit vielen Jahren und z.T. schon in der 8. Jahrgangsstufe ökonomische und rechtliche Themen behandelt, die die nordrhein-westfälische Schülerin in ihrem Unterricht offensichtlich vermisst. Darin werden auch regelmäßig Verbraucherschutzthemen aufgegriffen wie z.B. ganz aktuell die wenige Monate alte Neuregelung der Haustür- und der Fernabsatzrichtlinien. Darüber hinaus seien Lehrerinnen und Lehrer in Bayern gefordert, als verpflichtenden fächerübergreifenden Unterrichtsgegenstand Alltagskompetenzen und Lebensökonomie in ihren Unterricht zu integrieren. Schwerpunkte sind dabei nach den Vorgaben des Kultusministeriums „Ernährungs- und Gesundheitsbildung, Verbraucher- und Konsumbildung sowie nachhaltige Lebensführung“.

„Dass sich Schule in einen abgeschotteten Elfenbeinturm zurückziehen und Schüler und Lehrer mit l`art pour l`art den Tag verbringen würden, lässt sich wirklich nicht behaupten“, findet der bpv-Vorsitzende. Klar sei aber auch, dass man nicht erwarten dürfe, dass Schulen und damit auch das Gymnasium „auf jede Situation, auf alle Bedürfnisse und sämtliche Wechselfälle des Lebens konkret vorbereiten können. Das schulische Bildungsangebot umfasst immer nur eine solide Grundausstattung – nicht mehr und nicht weniger.“ Dieses entsprechend den eigenen, ganz individuellen Bedürfnissen zu ergänzen und abzurunden, sei, so Schmidt abschließend, eine Daueraufgabe, der sich jeder Einzelne in unserer am Konzept des lebenslangen Lernens orientierten Gesellschaft stellen müsse.

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Peter Missy, bpv@bpv.de