(RICHTIGES) SCHREIBEN IST EIN MUSS!

Der Bayerische Philologenverband (bpv) betont die immense Bedeutung der Handschrift und des regelgerechten Schreibens

„Eigentlich sind es Binsenweisheiten: Übung macht den Meister! Und: Schreiben lernt man, nun, durch Schreiben! Umso erschreckender ist in diesem Zusammenhang das Ergebnis der vergangene Woche vorgestellten gemeinsamen Studie von Deutschem Lehrerverband (DL) und dem Schreibmotorik Institut, nach dem ein erheblicher Anteil der Schülerinnen und Schüler in Deutschland Probleme mit dem Handschreiben hat!“, erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt. Er betont, dass es sich bei Handschrift und Rechtschreibung um zentrale Kulturtechniken handelt, die grundlegend für jeglichen Bildungserfolg sind und gegenüber dem Erwerb anderer Kompetenzen wie dem Umgang mit digitalen Medien nicht ins Hintertreffen geraten dürfen. Schmidt stellt fest: „Haltungen wie ‚ach ja, solang man’s lesen kann‘ oder ‚man weiß ja, was gemeint ist‘ sind hier völlig fehl am Platze und gefährden jegliches Lernen unserer Schülerinnen und Schüler!“

Bayern auf dem richtigen Weg

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern sieht Schmidt Bayern auf dem richtigen Weg: „Wir freuen uns, dass mit dem neuen LehrplanPLUS der Grundschule dafür gesorgt ist, dass die Ausbildung einer individuellen Handschrift und regelgerechtes Schreiben an den Grundschulen von Anfang an systematisch eingeübt werden.“ Der Vorsitzende erläutert: „Dies entspricht dem Bedürfnis des Gymnasiums nach verlässlichen Grundlagen, auf denen aufgebaut werden kann, und wurde von uns Gymnasiallehrerinnen und -lehrern immer wieder eingefordert – so z. B. im Dezember 2012 bei der von uns durchgeführten Grundschulumfrage und im Februar vergangenen Jahres in unserer Stellungnahme zum neuen Grundschullehrplan. Dass unseren Wünschen und Bedenken Rechnung getragen wurde, werten wir als Erfolg unseres Verbandes und wir sehen uns auch durch das Ergebnis der Studie des DL bestätigt. Schließlich gilt es, den Übergang zwischen der Grundschule und den weiterführenden Schularten zu gewährleisten. Dass dieser verlässlich gestaltet wird, muss oberstes Gebot sein. Dabei muss stets die Qualität in den Blick genommen werden! Nicht zuletzt erhöht die Betonung regelgerechten Schreibens auch die Chancengerechtigkeit. Die Methodik des „lautgetreuen Schreibens“ hingegen befördert die Verstetigung von Rechtschreibfehlern und damit eine Abnahme der Rechtschreibleistungen bei den Übertrittsschülern. Für Ausgleich müssen dann in der Folge verstärkt die Elternhäuser sorgen. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels mit höherem Migrantenanteil, doppelter Berufstätigkeit vieler Eltern und mehr Alleinerziehenden gefährdet das die Chancengerechtigkeit. Das Schreiben mit der Hand und nach Rechtschreibregeln ab dem ersten Schultag ist also dringend geboten!“