GYMNASIUM IM LÄNDLICHEN RAUM

Tagung „Gymnasium im ländlichen Raum“ in Wunsiedel

Der Bayerische Philologenverband (bpv) fordert: Attraktivität des Gymnasiums in der Region erhalten und steigern!

Wie bleibt das Gymnasium auch auf dem Land attraktiv bzw. wie kann es attraktiver werden? Mit dieser Frage setzen sich heute auf einer Tagung des Bayerischen Philologenverbands (bpv) am Luisenburg-Gymnasium in Wunsiedel über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Bayern auseinander. Insbesondere in Oberfranken stellen die Auswirkungen des demographischen Wandels und die niedrigeren Übertrittsquoten in eher ländlich strukturierten Regionen die Gymnasien vor große Herausforderungen, angesichts derer es gilt, ein flächendeckendes und hochwertiges Gymnasialangebot in der Region zu sichern. Der bpv-Vorsitzende Max Schmidt erinnert daran, „dass die Gymnasien stolz sein können auf ihre Leistungen, denn gerade die Gründung von Gymnasien außerhalb von größeren Städten in den 60er- und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat wesentlich zur Umwandlung Bayerns vom Agrarstaat zum modernen Industriestaat beigetragen. Nun droht in Zeiten des Bevölkerungsrückgangs eine Kluft zwischen städtischer und ländlicher Bildungsbeteiligung zu entstehen. Dieser Gefahr muss die Politik entgegentreten und die Gymnasien im ländlichen Raum stärken!“

Vielfältiges Programm

Zur Einführung stellen Karl Willi Beck, Erster Bürgermeister der Stadt Wunsiedel, und Heinz Dreher, 3. Bürgermeister der Stadt Marktredwitz, die Bedeutung „ihres“ Gymnasiums für die jeweilige Region dar. Prof. Dr. Lothar Koppers, AGIRA, Universität Dessau/Nebenstelle Waldsassen stellt anschließend seine Demografie-Studie vor, die er gemeinsam mit der und für die Region erstellt hat. Dr. Dorothee Strunz, Geschäftsführerin der LAMILUX GmbH, Rehau, spricht zu dem Thema „Netzwerke zur Förderung und regionalen Bindung von Gymnasiasten und Studienabsolventen“. Sie hat eine Vielzahl an Initiativen, z. B. die Kontaktmesse „Kontakta“, ergriffen, um qualifizierten Nachwuchs in der Region zu halten bzw. nach dem auswärtigen Studium zurückzuholen. In sechs Statements zeigen die Schulleiter der benachbarten Gymnasien danach Konzepte für eine erfolgreiche Schulentwicklung für Gymnasien im ländlichen Raum auf. Dabei stellen sie jeweils folgende Gesichtspunkte in den Vordergrund: OStD Lothar Braun, Hochfranken-Gymnasium Naila, stellt Zahlenmaterial vor. OStD Georg Hecht, Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth, arbeitet die Leistungen der Gymnasien heraus. OStD Gerd Koppitz, Gymnasium Münchberg, spricht über das gebundene Ganztagesmodell. OStDin Gertraud Nickl, Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz, stellt Forderungen für eine erfolgreiche Schulentwicklung. OStD Joachim Zembsch, Luisenburg Gymnasium Wunsiedel, und Thomas Regnet, AGI Hochfranken+, zeigen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen Gymnasien und externen Partnern vor. Schließlich beleuchten Prof. Dr. Koppers, Dr. Strunz und der Leiter der Gymnasialabteilung im Bildungsministerium Mdgt. Walter Gremm gemeinsam mit dem bpv-Vorsitzenden Schmidt in einer Podiumsdiskussion unter der Leitung des stellvertretenden bpv-Vorsitzenden und Referenten für Bildungspolitik Michael Schwägerl das Thema und ziehen ein Fazit. Nach der Diskussion wird auch das Publikum zu Wort kommen können.