GROßES INTERESSE AN NEUNJÄHRIGER SCHULZEIT

Großes Interesse an neunjähriger Schulzeit und dem Pilotversuch "Mittelstufe plus"

bpv: Nachbesserungen für kleinere Gymnasien erforderlich

Trotz der erst im Januar erfolgten, extrem späten und nochmals korrigierten Information der Gymnasien über die Bewerbungskriterien der "Mittelstufe plus" konstatiert der Bayerische Philologenverband kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist am 27. Februar ein großes Interesse bei den Betroffenen, insbesondere Schülern und Eltern, an der Möglichkeit, die Mittelstufe entspannt in vier Jahren statt in drei zu durchlaufen.

Verbandsvorsitzender Max Schmidt rechnet damit, dass sich erheblich mehr Gymnasien bewerben werden als Plätze für den Pilotversuch zur Verfügung stehen. Er betonte: "Der vom Bildungsministerium nachträglich doch noch zugestandene Wegfall des verpflichtenden Nachmittagsunterricht in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 9+ ist offensichtlich einem breiten Bedürfnis vieler Eltern und Schüler entgegengekommen. Diese wollen gerade im ländlichen Raum die einschließlich der Bustransportzeiten überlangen Schultage vermeiden. Ich bin gespannt darauf, wie viele Schüler sich trotz des holprigen Starts des Schulversuchs an den Pilotschulen für die vierjährige Variante und damit das neunjährige Gymnasium entscheiden werden."

Viele Schulleitungen kleinerer Gymnasien klagten allerdings darüber, dass es ihnen kaum möglich sei, ohne zusätzliche Personalressourcen die Schulzweigdifferenzierung in der Mittelstufe plus aufrechtzuerhalten und zu organisieren. "Hier droht eine neue Bildungsungerechtigkeit, größere Schulen sind bei der Umsetzung des Schulversuchs im Vorteil, kleine sind klar benachteiligt!", sagte Max Schmidt. Er erinnerte daran, dass nach der Banzer CSU-Klausurtagung im September Mitglieder der Staatsregierung den kleineren Gymnasien für die Umsetzung des Pilotversuchs öffentlich ein höheres Budget versprochen hätten. "Was versprochen wurde, muss jetzt auch eingelöst werden!", sagte Schmidt abschließend.

Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy, Bayerischer Philologenverband, bpv@bpv.de