FREIHEIT DER LEHRE

Freiheit der Lehre – Freiheit der Unterrichtsgestaltung!

Tagung des Bayerischen Philologenverbands (bpv) zum Thema „Übergang Gymnasium – Universität: Zwischen staatlicher Verantwortung und Freiheit der Lehre“

Freiheit der Unterrichtsgestaltung braucht Ressourcen!

Der Bayerische Philologenverband (bpv) geht auf seiner heutigen Tagung zum Thema „Übergang Gymnasium – Universität: Zwischen staatlicher Verantwortung und Freiheit der Lehre“ der Frage nach, welche Spielräume Lehrende an Gymnasien und Universitäten brauchen, um ihren jeweiligen Bildungsauftrag zu erfüllen. Der bpv-Vorsitzende Max Schmidt erklärt hierzu: „Im Rahmen ihrer pädagogischen Freiheit nutzen die Lehrkräfte an den Gymnasien die Freiheit der Unterrichtsgestaltung. Sie entscheiden in der Klasse weitgehend selbst, welche Schwerpunkte sie setzen, wie sie Wissen und Können methodisch vermitteln und den Unterricht gestalten. Es ist ebenfalls größtenteils ihre Sache, welche Beispiele sie zur Erklärung heranziehen oder welche Medien und Materialen sie zur Unterrichtsgestaltung einsetzen. Dafür müssen aber die notwendigen Ressourcen auch tatsächlich zur Verfügung stehen! Dabei handelt es sich um keinen Selbstzweck, sondern letztlich geht es um die Interessen der Schülerinnen und Schüler. Nur wenn die entsprechenden Unterrichtsmittel auch vorhanden sind, ist es den Lehrkräften möglich, ihre Gestaltungsfreiheit zum Wohle derer auszuschöpfen. Wie eine Umfrage unseres Verbandes im Mai ergeben hat, besteht hier beispielsweise im Bereich der digitalen Medien noch erheblicher Nachholbedarf. Rund 75 Prozent der Gymnasiallehrkräfte nutzen digitale Medien weniger als sie gerne würden und beklagen eine zu geringe Anzahl an technischen Geräten an ihren Schulen!“

Freiheit der Lehre versus staatliche Schulaufsicht

Grundsätzlich macht Schmidt auf das Spannungsfeld zwischen Artikel 5 (Freiheit der Lehre) und Artikel 7 (staatliche Schulaufsicht) im Grundgesetz aufmerksam: „Die Aufsicht des Staates über das gesamte Schulwesen ist sinnvoll, notwendig und erforderlich. Gleichzeitig sind aber häufig Klagen über die Regelungsflut ‚von oben‘ zu hören. Der Staat muss hier seiner Aufgabe mit Augenmaß nachkommen und darf die Gestaltungsfreiheit der Lehrkräfte nur so weit wie unbedingt nötig einschränken!“

Hochkarätige Referenten

Das Impulsreferat der Tagung hält der ehemalige Kanzler der Universität Bayreuth Dr. Ekkehard Beck zu dem Thema „Lehren und Lernen im Wandel – Die Freiheit der Lehre im 21. Jahrhundert“. Anschließend gehen die Vorsitzende von Universität Bayern e.V. Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel und Prof. em. Dr. Wilhelm Vossenkuhl, Lehrstuhl für Philosophie I, LMU München, in einer Podiumsdiskussion gemeinsam mit Max Schmidt der Frage nach, welche Freiheiten bayerische Gymnasien und Universitäten brauchen, um dem Bildungsauftrag nachzukommen. Das Gespräch wird von dem stellvertretenden bpv-Vorsitzenden und Referenten für Bildungs- und Schulpolitik Michael Schwägerl moderiert.