DIGITALES LERNEN NACHHALTIG VORANBRINGEN!

Der Bayerische Philologenverband (bpv) veröffentlicht die Ergebnisse seiner Umfrage zum Stand Digitalen Lernens an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen

Bayerns Lehrkräfte haben das große Potenzial digitaler Medien längst erkannt. Doch mit der Umsetzung hapert es. Der Bayerische Philologenverband wollte es genau wissen und hat deshalb in einer Online-Umfrage mit dem Titel „Digitale Medien an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen – Ausstattung, Nutzung, Einstellungen“ im Mai 2015 ermittelt, wo die größten Probleme bei Ausstattung und Nutzung digitaler Medien im Unterricht liegen, welche Wünsche Bayerns Gymnasiallehrkräfte an Politik und Bildungsverwaltung haben und wo sie die größten Herausforderungen für die Zukunft digitalen Lernens sehen. Über 1.100 Lehrkräfte haben an der Umfrage teilgenommen. Die sich aus den Ergebnissen ergebenden Forderungen liegen für den Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbands Max Schmidt klar auf der Hand: „Es ist an der Zeit, Digitales Lernen in Bayern nachhaltig voranzubringen. Die Schulen brauchen eine verlässliche, bayernweit einheitliche, nutzbare IT-Infrastruktur samt allen dazugehörigen IT-Service-Leistungen. Insellösungen widersprechen der Notwendigkeit gleicher Bedingungen in ganz Bayern, sind ineffektiv und deshalb keine Lösung! Gäbe es solch eine IT-Infrastruktur, könnten sich Systembetreuer erheblich besser ihren eigentlichen Aufgaben, nämlich den wichtigen pädagogischen Fragen der Digitalisierung, als Ansprechpartner und Berater für Schulleitungen und Lehrerkollegien widmen! Die Infrastruktur digitaler Medien ist kein Selbstzweck – deshalb brauchen die Schulen auch digitale Inhalte und Werkzeuge, insbesondere sinnvolle didaktische Konzepte, digitale Schulbücher und auf den Lehrplan abgestimmtes Unterrichtsmaterial! Und nicht vergessen werden darf, was eigentlich selbstverständlich ist: Die IT-Infrastruktur und die digitalen Inhalte müssen benutzerfreundlich sein und zuverlässig funktionieren!“

Jede zweite Gymnasiallehrkraft unzufrieden mit der Ausstattung digitaler Medien

„Diese Forderungen“, erklärt Schmidt, „ergeben sich zwangsläufig aus den Ergebnissen der Umfrage. Jede zweite Lehrkraft an Bayerns Gymnasien und Beruflichen Oberschulen ist unzufrieden mit der Ausstattung digitaler Medien an ihrer Schule. Rund 75 Prozent von ihnen nutzen digitale Medien deshalb weniger als sie gerne würden, jeder Fünfte weicht auf eigene Geräte aus. Hauptgründe für die Unzufriedenheit sind eine zu geringe Anzahl an technischen Geräten (74,8 Prozent), häufig nicht funktionierende Geräte (63,3 Prozent) und zu langsame Internetverbindungen (60,4 Prozent). Um digitale Medien häufiger im Unterricht einzusetzen, wünschen sich drei Viertel der Befragten, dass die Geräte einfach und zuverlässig funktionieren.“

Digitale Medien haben festen Platz am Gymnasium

„Ungeachtet der Schwierigkeiten mit der Ausstattung haben digitale Medien aber ihren festen Platz an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen!“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende und Referent für Bildungs- und Schulpolitik Michael Schwägerl. „Über 90 Prozent der Befragten nutzen sie täglich oder mehrmals pro Woche zur Unterrichtsvorbereitung, rund zwei von drei Lehrkräften setzen sie täglich oder mehrmals pro Woche im Unterricht ein. Und 60 Prozent der befragten Lehrkräfte würde digitale Medien gerne häufiger im Unterricht einsetzen, wenn dem nicht so viele Hemmnisse entgegenstünden!“

Fast alle Gymnasiallehrkräfte stehen digitalen Medien positiv gegenüber

Und der Vorsitzende ergänzt: „Was die Einstellungen der Lehrkräfte anbelangt, so stehen über 90 Prozent digitalen Medien positiv gegenüber und schätzen deren künftige Bedeutung für Unterricht und Schule hoch ein. Mit überwältigender Mehrheit (91,4 Prozent) verstehen die Befragten digitale Medien jedoch nicht als Selbstzweck, sondern als „Werkzeug“, um Unterricht besser zu machen. Dabei sehen Bayerns Gymnasiallehrkräfte die drei großen Herausforderungen – pädagogische, rechtliche und praktische Fragen – des Einsatzes digitaler Medien als gleich wichtig an.“

Präsentation

Digitale Medien an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen – Ausstattung, Nutzung, Einstellungen [731 KB]

 

Pressekonferenz

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