ZUGANGSBESCHRÄNKUNG NUR DAS ALLERLETZTE MITTEL

Der Bayerische Philologenverband nimmt Stellung zu den Plänen der Staatsregierung, die Nachfrage für das Lehramt zu steuern

„Wir wollen Mehrfachqualifizierungen für unsere Nachwuchslehrkräfte, eine Zugangsbeschränkung kann nur der allerletzte Ausweg sein!“ Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands Max Schmidt die gestern bekannt gewordenen Pläne der Bayerischen Staatsregierung die Nachfrage von Bewerbern vor allem für das Lehramt am Gymnasium in geisteswissenschaftlichen und sprachlichen Fächern wirkungsvoller steuern zu wollen. Schmidt erläuterte: „Während intensivere Beratung von Anfang an und Mehrfachqualifizierungen, die alternative berufliche Chancen ermöglichen, richtig sind, sehen wir die Möglichkeit einer Zugangsbeschränkung äußerst kritisch. Sie kann höchstens als letztes Mittel im Notfall dienen und muss dann in Einzelfällen zeitlich beschränkt auf bestimmte Fächer begrenzt werden. Generell erachten wir eine solche Beschränkung deshalb für sehr problematisch, weil nicht gewährleistet werden kann, dass bayerische Absolventinnen und Absolventen beim Zugang gegenüber Bewerberinnen und Bewerbern aus anderen Bundesländern, die vielfach bereits jetzt schon den Zugang zum Vorbereitungsdienst beschränken, nicht benachteiligt werden. Der Studienabschluss mit dem bayerischen Staatsexamen ist dazu einfach mit den Abschlüssen anderer Länder, die sich oft bereits vom Staatsexamen verabschiedet haben, zu wenig vergleichbar!“

Mehrfachqualifizierung durch Staatsexamen und Masterabschluss

Der Vorsitzende unterstrich, dass das Ziel doch sein müsse, den Nachwuchslehrkräften Chancen zu eröffnen anstatt ihnen die Tür in eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu verschließen und erklärte: „Der bpv fordert bereits seit Längerem, dass der Studienabschluss durch eine Kombination aus Staatsexamen und dem Master of Arts bzw. Master of Science eine größere Flexibilität bei der Berufswahl und auf dem Arbeitsmarkt bietet. Die gymnasialen Nachwuchslehrkräfte sind durch ihr vertieftes fachwissenschaftliches Studium für einen Masterabschluss bestens qualifiziert. Ihnen fehlen gegenüber Masterstudierenden lediglich 30 von 300 ECTS-Punkten bzw. ein weiteres Studiensemester. Dafür sollte sich doch eine Lösung finden lassen, durch die eine Polyvalenz des Abschlusses geschaffen werden kann! Die Absicht der Staatsregierung, hier ansetzen zu wollen, ist richtig!“

Kein eigenverantwortlicher Unterricht im 3. Ausbildungsabschnitt des Referendariats

Im Zusammenhang mit den Überlegungen zur Zugangsbeschränkung wird auch eine weitere vom bpv schon lange gestellte Forderung umso dringlicher, wie Schmidt betonte: „Das Referendariat ist eindeutig Ausbildungszeit. Deshalb muss jetzt endlich der eigenverantwortliche Unterricht im 3. Ausbildungsabschnitt fallen. Man kann nicht einerseits den Zugang beschränken und dann andererseits die Nachwuchslehrkräfte als billige Arbeitskräfte einsetzen!“