SCHULPSYCHOLOGEN LEISTEN WICHTIGE ARBEIT

Der Bayerische Philologenverband (bpv) betont die zunehmende Bedeutung der Arbeit von Schulpsychologen und fordert bessere Arbeitsbedingungen

„Die Arbeit der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an unseren Schulen ist von erheblicher Bedeutung und enorm wichtig für die Schülerinnen und Schüler. Sie wird in Zukunft noch wichtiger werden und muss daher ausgebaut und gestärkt werden“, erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt anlässlich des 21. Bundeskongresses für Schulpsychologie zum Thema „Neue Schulwelten – Herausforderungen für die Schulpsychologie“, der heute in Landshut zu Ende geht. Schmidt nennt folgende Gründe für den wachsenden Bedarf an schulpsychologischer Beratung: „Durch den Ausbau der Ganztagesangebote verbringen viele Schülerinnen und Schüler immer mehr Zeit an der Schule und brauchen entsprechende Angebote. Im Rahmen der Inklusion kommen nicht nur Kinder und Jugendliche mit körperlichen Behinderungen, sondern auch mit seelischen Erkrankungen und psychischen Beeinträchtigungen an unsere Schulen – hier wird dringend schulpsychologische Arbeit gebraucht, die hilft, diese Schülerinnen und Schüler zu integrieren, und die die unterrichtenden Lehrkräfte unterstützt. Nicht zuletzt brauchen auch die Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die oft sehr leidvolle Erfahrungen hinter sich haben, Hilfsangebote im schulischen Raum.“

Mehr schulpsychologische Beratung ermöglichen

An bayerischen Gymnasien haben Schulpsychologen zwei Fächer. Dieses spezifisch bayerische Modell, dass Schulpsychologen gleichzeitig auch Lehrer sind, ist seit vielen Jahren bewährt. Nach Ansicht des bpv-Vorsitzenden sollte der schulpsychologische Anteil allerdings auf die Hälfte des wöchentlichen Stundendeputats dieser Lehrkräfte ausgeweitet werden. Denn ein Schulpsychologe muss ohne Wartezeit gleich ansprechbar sein. Zudem muss gewährleistet sein, dass zumindest jede größere Schule in Bayern einen Schulpsychologen im Kollegium hat.

Experten: Fünf Prozent der Schüler psychisch labil oder krank

Zur Begründung verwies Schmidt auch auf von Experten genannte Zahlen, wonach rund fünf Prozent aller Schüler als zumindest psychisch labil gelten. Diese Schüler zu identifizieren und adäquat zu betreuen sei im normalen Unterrichtsbetrieb schlichtweg nicht möglich. „Den Lehrern fehlen einfach die Zeit und die Fachkenntnisse, die oft sehr versteckten Signale von Schülerinnen und Schülern in psychischen Notlagen zu identifizieren und richtig einzuordnen. Da bleiben wir auf das spezifische Wissen von vor Ort eingesetzten Schulpsychologen angewiesen“, betonte Schmidt abschließend.