REPRÄSENTATIVE UMFRAGE: BAYERN FÜR G9-REFORM!

Bayerns Bürger für umfassende G9-Reform – G8 hat kaum Rückhalt!

Eckpunkte des Bayerischen Philologenverbandes erhalten größte Unterstützung – Verbandschef Max Schmidt fordert politische Konsenslösung


Bayerns Bürger wollen eine umfassende G9-Reform. So lautet das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Bayernumfrage. Fast 80 Prozent der Befragten, die sich zu den derzeit diskutierten Reformvorschlägen für das bayerische Gymnasium geäußert haben, sind für eine umfassende G9-Reform – mehr als zwei Drittel von ihnen für die Rückkehr zu einem G9 mit der Möglichkeit für besonders gute Gymnasiasten, ein Jahr einzusparen. „Unser Modell findet bei Bayerns Bürgern die größte Akzeptanz“, fasst der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt das Umfrageergebnis zusammen. Rund ein Drittel der Unterstützer einer umfassenden G9-Reform ist für die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9, eventuell sogar an einer Schule.

G8 hat kaum Rückhalt in der Bevölkerung

Nur jeder zehnte Bürger in Bayern zeigt sich mit der Einführung des G8 einverstanden – zehn Jahre nach dessen Einführung. So lautet das zweite zentrale Ergebnis der Befragung. Unter denjenigen, die Kinder haben, sinkt dieser Anteil sogar auf nur 8,6 Prozent. Eltern von Kindern am Gymnasium lehnen das achtjährige Gymnasium am häufigsten ab: 77,0 Prozent von ihnen halten im Nachhinein die Einführung des G8 in Bayern für nicht richtig. Ähnlich viele Kritiker hat das G8 unter Jüngeren sowie bei Befragten, die selbst Abitur haben: 73,4 Prozent der unter 30-Jährigen und 77,0 Prozent der Befragten mit Abitur sprechen sich rückblickend gegen die Einführung der verkürzten Schulzeit aus. „Das Ergebnis spricht Bände“, bilanziert Verbandschef Max Schmidt. „Das G8 lässt sich nicht schönreden. Es hat kaum Rückhalt in Bayerns Bevölkerung!“

Der Bayerische Philologenverband hatte die repräsentative Umfrage in Bayern in Auftrag gegeben, um zu erfahren, ob die bayerische Bevölkerung hinter der Einführung des achtjährigen Gymnasiums steht und welcher der derzeit diskutierten Reformvorschläge – bloße Nachbesserungen am bestehenden G8, Wahlfreiheit G8 und G9 oder ein grundständiges G9 mit der Option zur Verkürzung – am meisten Zustimmung erhält. Befragt wurden von Mitte Mai bis Mitte Juni 2014 Personen ab 18 Jahren in Privathaushalten im Freistaat.*

bpv fordert politische Konsenslösung

Mit dem Ergebnis der repräsentativen Befragung steht für Max Schmidt fest: „Bloßes Nachbessern am G8 reicht nicht aus, wenn wir langfristig Ruhe und Vertrauen in der bayerischen Bildungspolitik wollen. Das ewige Herumschrauben am G8 gibt keine Antwort auf die Wünsche der Bevölkerung und ist erst recht keine echte Verbesserung der Situation.“ Vielmehr sei dies die Grundlage für ständig weitere Nachbesserungen. Um die von Abiturienten und Hochschulen zu Recht eingeforderte echte Studierfähigkeit zu sichern und eigenständige Urteilskraft bei den Gymnasiasten auszubilden, brauche es mehr Zeit. „Die Zeit ist reif für eine politische Konsenslösung!“, ist Schmidt überzeugt.

Gemeinsam mit der Berufsvertretung der Gymnasiallehrkräfte steht auch die Vertretung der Schülerinteressen, der Landesschülerrat in Bayern (LSR), hinter den bpv-Eckpunkten für ein neues neunjähriges Gymnasium. Dessen Sprecher für die Gymnasien, Julian Fick, stellt die Sichtweise der Schülerinnen und Schüler auf der heutigen Pressekonferenz näher dar. Damit wünschen sich diejenigen, die von der verkürzten Schulzeit direkt betroffen sind – Schüler und Lehrkräfte –, unisono mehr Zeit am Gymnasium.

Gymnasium auch inhaltlich zukunftsfest aufstellen

Zeitgleich zur Frage nach der Dauer gymnasialer Bildung müsse auch die inhaltliche Neuausrichtung des bayerischen Gymnasiums in Angriff genommen werden. Der Diskussionsprozess innerhalb des Bayerischen Philologenverbandes sei dazu bereits in vollem Gange, wie Schmidt abschließend darstellte: Die Lehrkräfte beraten seit Wochen intensiv über die künftige inhaltliche Ausgestaltung eines neuen Gymnasiums. Wichtige Impulse wird dazu der bpv-Gymnasialkongress „Bayerisches Gymnasium – Bildung für morgen“ am 10. Juli 2014 geben.

*mifm München - Institut für Marktforschung

Präsentation:

Repräsentative Umfrage G8 oder G9 – Was wollen Bayerns Bürger? [652 KB]