KEINE PARALLELFÜHRUNG G8/G9!

Der Bayerische Philologenverband (bpv) stimmt sich mit Experten aus Baden-Württemberg und Hessen ab, um die in anderen Bundesländern gemachten Fehler zu vermeiden

Die Ferienzeit zu einem Erfahrungsaustausch mit Experten aus den beiden benachbarten Ländern hat der Hauptvorstand des Bayerischen Philologenverbandes genutzt, um sich in Fragen des neuen neunjährigen Gymnasiums abzustimmen. In den Grenzregionen zu Baden-Württemberg und Hessen stehen die unterschiedlichen Gymnasien durchaus in einer Art Wettbewerb zueinander, da Schülerinnen und Schüler leicht eine Schule auf der anderen Seite der Grenze besuchen können. Zu Gast waren die Vorsitzende der Direktorenvereinigung Südwürttemberg Brigitte Röder und der Vorsitzende des Hessischen Philologenverbands Dr. Knud Dittmann. Die Eckpunkte des Bayerischen Philologenverbands (bpv) für ein neues Gymnasium sehen vor, dass dieses auf der Grundlage eines durchgängigen neunjährigen Bildungsgangs gestaltet wird, der Schülerinnen und Schülern auch ermöglicht, in acht Jahren die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Damit sollen die Probleme einer Parallelführung von G8 und G9, wie sie sich in anderen Bundesländern zeigen, vermieden werden.

bpv-Eckpunkte vermeiden Fehler anderer Länder

Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt zog folgendes Fazit: „Im Vergleich zur jetzigen Situation in Baden-Württemberg und Hessen vermeiden die Eckpunkte unseres bpv-Modells viele Probleme. Unser Vorschlag ist eine echte bayerische Qualitätslösung, die für unser Land maßgeschneidert ist. Sie führt auch zu einer tragfähigen Lösung für kleinere Gymnasien im ländlichen Raum. Das ist natürlich für ein Flächenland wie Bayern von zentraler Bedeutung. Wir sehen, dass eine Parallelführung von G8 und G9 nicht nur sehr teuer ist, sondern auch äußerst schwierig in der Umsetzung. Wo Wahlfreiheit besteht, entscheiden sich mehr als vier Fünftel der Eltern für eine neunjährige Schulzeit. Entsprechend kann dann lediglich eine einzige G8-Klasse eingerichtet werden. Dies kostet in erheblichem Umfang zusätzliche Lehrerstunden, denn in der G8-Klasse muss mit extrem kleinen Gruppen zum Beispiel in der 2. Fremdsprache gerechnet werden. Völlig inpraktikabel wird die Situation dann in der Oberstufe; für 20 – 30 Schülerinnen und Schüler kann schlichtweg kein attraktives und vielfältiges Kursangebot angeboten werden. Eine derartig schwierige Parallelführung wird durch unsere Eckpunkte ausgeschlossen. Sie gilt es nun in den folgenden Monaten auszugestalten und zu einem tragfähigen Konzept zu konkretisieren, mit dem die Gymnasien dann in der Praxis gut arbeiten können und durch das sie Verlässlichkeit erhalten!“