KEINE DECKELUNG FÜR MITTELSTUFE PLUS!

Keine Deckelung für Mittelstufe Plus!

Der Bayerische Philologenverband will den Modellversuch der Mittelstufe Plus gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung ergebnisoffen gestaltenDer Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt erklärt zum Kabinettsbeschluss der Bayerischen Staatsregierung, den Besuch der Mittelstufe Plus, also das Durchlaufen der Jahrgangsstufen 8 bis 10 in vier statt drei Jahren, nur 25 % der Schülerinnen und Schüler ermöglichen zu wollen: „Der bpv begrüßt, dass der ab dem kommenden Schuljahr laufende Modellversuch zur Umsetzung der Mittelstufe Plus möglichst ergebnisoffenen ablaufen soll. Eine Deckelung ist hier kontraproduktiv und sollte allenfalls ein bayerischer Richt- oder Erwartungswert sein, macht aber für die Schulebene keinen Sinn. Eine Deckelung und pädagogische Entscheidungen passen nicht zusammen, da pädagogisches Denken immer die einzelnen Schülerinnen und Schüler mit ihren speziellen Bedürfnissen in den Blick zu nehmen hat und sich nicht an Zahlenvorgaben orientieren kann. Ein ergebnisoffener Modellversuch bedeutet, ihn so zu gestalten, dass nicht von vornherein zu viele Reglementierungen vorgesehen sind. Wer Ja zur eigenständigen Schule sagt, muss auch den Mut haben, die Entscheidungsbefugnis an die Einzelschule zu verlagern. Wir erwarten, dass der Bedarf an der Mittelstufe Plus auch an den einzelnen Gymnasien durchaus unterschiedlich groß sein wird. In München werden es vielleicht nur 5 % sein, die die Mittelstufe Plus besuchen wollen, dafür im Bayerischen Wald vielleicht 50 %. Die Gymnasien, die als Pilotschulen ab dem kommenden Schuljahr die Mittelstufe Plus erproben werden, können – wenn sie möglichst repräsentativ für die unterschiedlichen Schulgrößen, Ausbildungsrichtungen und Standorte ausgewählt werden – wesentliche Erfahrungen zum Bedarf und zur Umsetzung machen.“

Großes Interesse an dem Modellversuch

Schmidt betont das große Interesse an den Schulen, am Modellversuch teilzunehmen: „Unser Verband freut sich, dass sich schon fast 50 Gymnasien – ohne dass es bislang eine offizielle Ausschreibung gab – für den Mittelstufe-Plus-Modellversuch beworben haben. Das zeigt, dass es an vielen Schulen einen Bedarf, ja eine Sehnsucht nach einem verlängerten, entschleunigten Bildungsgang gibt, der dem Einzelnen mehr Zeit lässt und mehr Vertiefung ermöglicht. Das Bildungsministerium sollte keine Angst vor Eltern haben, die sich mehr Zeit für die Bildung ihrer Kinder wünschen! Schwierig wird es aber für die Gymnasien, die an dem Versuch teilnehmen werden, wenn den zu erprobenden Umsetzungsmöglichkeiten die notwendigen Ressourcen fehlen. Die Pilotschulen brauchen deshalb zusätzliche Mittel, um sinnvolle Konzepte entwickeln zu können!“