GRUNDSATZENTSCHEIDUNG FÜR G 9 NÖTIG!

Der Bayerische Philologenverband (bpv) fordert eine baldige Grundsatzentscheidung für ein neues neunjähriges Gymnasium

Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt hat die Politik aufgefordert, in der Frage der Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums die Grundsatzentscheidung bald zu treffen: „Ab heute läuft die Einschreibung für das kommende Schuljahr. Die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern brauchen eine sichere und verlässliche Entscheidung, wie es mit dem Gymnasium und seiner Dauer weitergeht. Sie müssen die Gewissheit haben, dass in den nächsten Jahren noch keine Wahl für einen acht- oder neunjährigen Bildungsweg erforderlich ist, weil zunächst das Gymnasium - so wie die Eckpunkte unseres Verbandes das vorsehen - unabhängig davon besucht wird, ob die Hochschulreife nach acht oder neun Jahren erreicht wird. Eine solche Grundsatzentscheidung schafft dann die Voraussetzung, dass genügend Zeit für die Ausgestaltung der Lehrpläne und die Umsetzung in ein tragfähiges Konzept für ein neues neunjähriges Gymnasium zur Verfügung steht. Erst in drei oder vier Jahren stehen die Eltern dann vor der Überlegung, wie lange ihre Kinder bis zum Abitur brauchen sollen.“

Genügend Zeit für die Umsetzung unter Einbezug aller

„Wir brauchen Ruhe im System und Zeit, um bei der Umsetzung alle mitnehmen zu können“, erklärte Schmidt. Der Bayerische Philologenverband strebt eine Konzeption eines neuen neunjährigen Gymnasiums auf breiter Basis an. „Wir wollen auf keinen Fall ein Hauruck-Verfahren“, betonte Schmidt, „sondern den breiten Konsens!“ Auf einer großen mehrstündigen Informationsveranstaltung des bpv vergangenen Freitag in Nürnberg diskutierten Mitglieder und Hauptvorstand die Ende März vorgestellten Eckpunkte. Dabei stellte der Vorsitzende besonders heraus, es müsse um die Qualität des Gymnasiums in der Zukunft gehen: „Es gilt, die allgemeine Hochschulreife auch in Zukunft zu gewährleisten, die Breite des gymnasialen Bildungsangebots zu sichern und seine wissenschaftspropädeutische Ausrichtung zu stärken. Unsere Eckpunkte sehen vor, dass die dazu erforderlichen Lerninhalte insgesamt entzerrt werden, damit mehr Zeit für Vertiefung und Reflexion gewonnen wird, insbesondere in den Jahrgangsstufen 9, 10 und 11. Die Absolventen müssen das Gymnasium mit einer echten Hochschulreife verlassen, nicht nur mit einer Hochschulzugangsberechtigung, das heißt, sie müssen in der Lage sein, ihr gewähltes Studium auch erfolgreich abzuschließen. Damit für einen Bildungsweg mit diesem anspruchsvollen Ziel ein neues tragfähiges Konzept entwickelt werden kann, braucht es zunächst einmal eine Grundsatzentscheidung, auf deren Basis dann die Gestaltung des Optionsjahrs und der erforderlichen Addita für diejenigen, die in acht Jahren zur Hochschulreife gelangen wollen, ausgearbeitet werden kann! Das erforderliche Modell muss dabei in Stadt und Land, an kleinen und großen Gymnasien in gleicher Weise praktikabel sein!“

Die Schülerinnen und Schüler da abholen, wo sie stehen

Schmidt machte deutlich, dass es dem bpv darum geht, die Schülerinnen und Schüler da abzuholen, wo sie stehen: „Eine qualitätsvolle Ausgestaltung des gymnasialen Bildungswegs muss vom Schüler her gedacht werden. Die Eckpunkte des bpv für ein neues neunjähriges Gymnasium ermöglichen eine Berücksichtigung der Schülerbedürfnisse, um Schwächen ausgleichen und Stärken ausbauen zu können. Eine Grundsatzentscheidung jetzt ermöglicht eine angemessene Planungsphase, damit dann ein gemeinsamer Start mit dem neuen ‚LehrplanPLUS‘ für alle Schülerinnen und Schüler erfolgen kann. In den Jahrgangsstufen 5 bis 8 sollen alle ein Gymnasium besuchen – kein G8 oder G9. Danach wollen wir für diejenigen, die schneller zum Abitur gelangen wollen und können, die Option einer insgesamt nur achtjährigen Gymnasialzeit. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Politik, eine Grundsatzentscheidung in diese Richtung zu treffen!“