BERUFLICHE OBERSCHULEN BRAUCHEN LEHRKRÄFTE

Nur mit zusätzlichen Planstellen kann der erwartete Schüleranstieg bewältigt werden

Die Referatsleiterin für Fach- und Berufsoberschulen im Bayerischen Philologenverband Irmgard Kunzfeld warnt eindringlich davor, dass im kommenden Schuljahr an den Beruflichen Oberschulen Lehrkräfte fehlen: „Angesichts von 3.300 Schülerinnen und Schülern mehr im kommenden Schuljahr braucht unsere Schulart 200 zusätzliche Planstellen, um die Unterrichtsversorgung sicherzustellen. Vorgesehen sind aber nur 90, wir brauchen also 110 weitere Stellen, um den aktuellen Bedarf im Schuljahr 2014/15 decken zu können!“

Schüleranstieg nicht kurzfristig

Mittelzuweisungen hält Kunzfeld für keine adäquate Maßnahme: „Die Schülerzahlen an den Beruflichen Oberschulen werden sich auf hohem Niveau einpendeln. Wir erwarten knapp 60.000 Schülerinnen und Schüler in 14/15. Der Anstieg ist damit ungefähr doppelt so hoch wie noch vor drei Jahren, als wir zum Schuljahr 11/12 rund 1.600 Schülerinnen und Schüler mehr hatten. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass die Schülernachfrage nach der Beruflichen Oberschule in der Zukunft wieder sinken wird. Deshalb kann man den Anstieg nicht durch Aushilfsverträge untertunneln, sondern muss zusätzliche Stellen schaffen! Die Beruflichen Oberschulen brauchen auch Planungssicherheit; Planungssicherheit gewinnen sie aber nur durch Planstellen, nicht durch Aushilfsverträge!“

Lehrerversorgung an den Beruflichen Oberschulen bereits jetzt zu knapp

Bereits jetzt fehlen den Beruflichen Oberschulen Lehrkräfte. „Aufgrund der sogenannten „Budgetlücke“ gibt es an unserer Schulart momentan 40 Stellen weniger als ihr eigentlich laut Budget zustehen. Dadurch ist jetzt schon die Unterrichtsversorgung äußerst angespannt. Wir appellieren deshalb eindringlich an die Politik, etwas zu tun und die erforderlichen Stellen auszuweisen! Die Situation insbesondere für die modernen Fremdsprachen, Mathematik und die Naturwissenschaften darf sich nicht noch weiter verschlechtern!“, verlangt Kunzfeld von den Verantwortlichen.

Lisa Fuchs: „Die notwendigen Lehrkräfte sind da!“

Die Vorsitzende der Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) im bpv Lisa Fuchs erinnert daran, dass wegen der schlechten Einstellungssituation an den Gymnasien die an den Beruflichen Oberschulen erforderlichen Lehrkräfte – abgesehen von Mangelfächern wie beispielsweise Mathematik – zur Verfügung stehen: „Vergangenen Februar haben 800 Referendarinnen und Referendare ihre Ausbildung abgeschlossen, von denen nur 170 eine Planstelle bekommen haben. Kommenden September werden über 1.100 fertig werden. Die Wartelisten sind auch voll. Die notwendigen Lehrkräfte sind also da! Sie sind hochqualifiziert und werden langfristig gebraucht, aber mit befristeten Aushilfsverträgen mit unattraktiven Verlängerungsmöglichkeiten abgespeist. Hier sind zumindest flexiblere Regelungen für Verlängerungen notwendig, um junge Lehrkräfte für die Arbeit an den Beruflichen Oberschulen stärker zu interessieren. Grundsätzlich sieht nachhaltige Personalpolitik, die ja in erster Linie auch zur Sicherung der Unterrichtsqualität beiträgt, aber anders aus und erfordert die Schaffung der nötigen unbefristeten Stellen! Ganz abgesehen davon, dass solch ein Umgang mit jungen Nachwuchskräften, die tagtäglich an den Schulen erleben, dass sie zur Gewährleistung der Unterrichtsversorgung dringend gebraucht werden, unwürdig ist!“