TESTDURCHLAUF FÜR DAS LÄNDERÜBERGREIFENDE ABITUR

Bayerische Schüler und Lehrer stehen vor zusätzlichem Kraftakt

45.000 Klausuren in drei Fächern – Kurze Vorbereitungszeit in Bayern problematisch

Die am morgigen Freitag mit einer zusätzlichen Deutsch-Schulaufgabe beginnenden zusätzlichen Übungsklausuren im Ausbildungsabschnitt 12/1 für das länderübergreifende Abitur stellen für die Gymnasien in Bayern „einen enormen Kraftakt“ dar, erklärte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt heute. „Unsere Lehrkräfte wie unsere Schülerinnen und Schüler sind durch den schulischen Alltag ohnehin bereits stark in Anspruch genommen. Für jede der drei Übungsklausuren müssen nun aber noch zusätzlich 15.000 Angaben fotokopiert werden, die Klausuren müssen dann von den Schülern geschrieben und von den Lehrkräften korrigiert und bewertet werden!“, erläuterte Schmidt. Nach Deutsch am morgigen Freitag folgen am 05. November und am 11. Dezember die beiden Zusatzaufgaben in Englisch und Mathematik. Was die Lehrkräfte anbelangt, konkretisierte Schmidt die Mehrbelastung am Beispiel der Deutschlehrerinnen und -lehrer: „Der Korrekturaufwand einschließlich des Verfassens der Notengutachten ist enorm und kann bei über zwei Stunden pro Arbeit liegen, also bei 50 Stunden bei einer Kursstärke von 25 Schülerinnen und Schülern; das ist rein zusätzlich und entspricht mehr als einer Arbeitswoche!“

Eingeschränkte Aussagekraft der Ergebnisse

Fraglich ist für Schmidt, ob die Ergebnisse der Übungsklausuren dann auch tatsächlich einen aussagekräftigen Vergleich zwischen den beteiligten Bundesländern ermöglichen: „Unsere bayerischen Schüler kennen das geplante Format im Fach Deutsch seit Jahren und dürften insofern gut gerüstet sein. Auch für Englisch rechne ich mit nicht mit größeren Problemen. Für Mathematik bin ich mir da nicht ganz so sicher: Hier weicht die zu erwartende Aufgabenstellung doch deutlich von den in Bayern üblichen Formaten ab. Ich bin gespannt, wie unsere bayerischen Schüler mit den für sie recht ungewohnten Anforderungen in diesem Fach zurechtkommen werden.“
Als Wettbewerbsnachteil für Bayern bewertet der bpv-Vorsitzende die unterschiedlich langen Vorbereitungszeiten auf die Abitur-Übungsklausuren: „Wegen unseres traditionell späten Schuljahresbeginns hatten in allen anderen beteiligten Bundesländern die Lehrkräfte deutlich mehr Zeit, ihre Schüler gezielt vorzubereiten. Gegenüber Bayern, wo das neue Schuljahr gerade einmal zwei Wochen alt ist, hatten Hamburger Schüler fünf Wochen länger Gelegenheit, auf die Prüfungen hinzuarbeiten.“