STAATSVERTRAG: WARUM KNEIFEN 13 BUNDESLÄNDER?

Mit Unverständnis hat der Bayerische Philologenverband (bpv) auf die Mitteilung reagiert, dass sich an dem heute in Berlin vorgestellten Bildungsstaatsvertrag, mit dem sich Bayern, Sachsen und Niedersachsen u.a. auf eine größere Vergleichbarkeit in den schulischen Anforderungen verpflichten wollen, lediglich drei von 16 Ländern beteiligen. „Die 13 Bundesländer, die sich aus diesem schon seit fünf Jahren diskutierten Vorhaben ausklinken, müssen sich die Frage gefallen lassen, wie ernst es ihnen in ihrem Bemühen ist, das Bildungsniveau an ihren Schulen zu verbessern“, kritisierte der bpv-Vorsitzende Max Schmidt. Verbandschef Schmidt hofft allerdings, dass die heutige Präsentation des gemeinsamen Entwurfs weitere Länder dazu motivieren wird, den Staatsvertrag zu unterzeichnen. „Das wäre auch ein wichtiges Zeichen an Schüler und Eltern. Sie erwarten zurecht überall in Deutschland eine schulische Ausbildung auf dem Niveau der besten PISA-Länder und sehen immer weniger ein, warum dieser Anspruch auch 13 Jahre nach dem ersten PISA-Test nur durch einige wenige Bundesländer wie Bayern und Sachsen eingelöst wird.“

Für Bayern nicht nur mobile, sondern vor allem gute Lehrkräfte gefragt!

Das Ziel des Staatsvertrages, nicht nur die deutschlandweite Mobilität von Schülern, sondern auch von Lehrkräften zu verbessern, begrüßt Schmidt im Grundsatz ebenfalls. Für die Praxis werfe diese Absicht allerdings noch durchaus ernsthafte Fragen auf. „Dies hängt mit unkoordinierten Reformen der Lehramtsstudiengänge in mehreren Bundesländern während der vergangenen Jahre zusammen. Die Studiengänge für Lehrer driften inzwischen inhaltlich wie formal so weit auseinander, dass sie bisweilen nur noch mit Mühe vergleichbar sind. Bei aller wünschenswerten Mobilität sollte Bayern ein scharfes Auge darauf haben, dass im Freistaat dauerhaft nur Lehrkräfte unterrichten, deren Ausbildung und Qualifikation unseren Standards auch tatsächlich entspricht. Denn dass unsere Schüler bei nationalen wie internationalen Tests stets so gut abschneiden, hängt auch mit dem seit vielen Jahren gepflegten, bewusst hohen Anspruch Bayerns an die Ausbildung seiner Lehrkräfte zusammen“, betonte der bpv-Vorsitzende.

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Peter Missy, Bayerischer Philologenverband, E-Mail: bpv@bpv.de