GANZTAGSBEDARF SPEZIFISCH ERMITTELN!

Der Bayerische Philologenverband fordert eine bedarfsgerechte, regional differenzierende Bedarfsanalyse für den Ausbau der schulischen Ganztagsangebote

Als „zu undifferenziert“ bezeichnete der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt heute in München die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung zu schulischen Ganztagsangeboten. „Wer Bundesländer spezifisch analysiert, sollte auch eine länderspezifische Bedarfsanalyse durchführen“, forderte Schmidt und erklärte: „Es geht nicht an, dass man bundesweit repräsentative Umfragen zum Maßstab nimmt und dann erklärt, das Angebot in Bayern liege deutlich hinter dem Elternwillen zurück. Dieses Vorgehen wird noch fragwürdiger, wenn man in Betracht zieht, dass die Nachfrage der Eltern nach Ganztagsangeboten in Bayern regional sehr unterschiedlich ausfällt. Während sie in städtischen Ballungsgebieten naturgemäß größer ist, ist sie im ländlichen Raum – beispielsweise in Niederbayern – eher gering. Hier werden Angebote, die zur Verfügung stehen, überhaupt nicht in vollem Umfang wahrgenommen. Und manche Eltern wählen sogar bewusst Schularten, die ganz ohne Nachmittagsunterricht auskommen!“

Der Vorsitzende wies auch darauf hin, dass ohne eine differenzierende Bedarfsanalyse Angebot und Nachfrage nicht sinnvoll zur Deckung zu bringen sind: „Gerade in den Städten erleben wir es jedes Jahr wieder, dass Gymnasien gebundene Ganztagsklassen anbieten, diese dann aber am Ende der Einschreibung in die Gymnasien wegen zu geringer Schülerzahlen nicht einrichten können. Andere Gymnasien hingegen hätten genug Schüler für eineinhalb Klassen und müssen dann Eltern mit offenen Angeboten abspeisen. Der Termin im Mai liegt so spät, dass die Schulen kaum noch Flexibilität bei der Raum- und Personalplanung besitzen. Nur eine rechtzeitige Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs bzw. ein zentralisiertes Voranmeldeverfahren kann hier Abhilfe schaffen!“