DIE MITTEL ZUR UMSETZUNG ENTSCHEIDEN!

Philologenverband zur heutigen Kabinettsberatung des Gesetzentwurfs zu schulischer Eigenverantwortung und erweiterter Schulleitung

„Der Gesetzentwurf zur Einführung einer erweiterten Schulleitung und größerer Eigenverantwortung in Bayern ist aus unserer Sicht kein Anlass für schallende bildungspolitische Erfolgsmeldungen“, kommentiert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt politische Vorabkommentare zu diesem heute im bayerischen Ministerrat beratenen Vorhaben. Es sei keineswegs so, dass mit dem beabsichtigten Mehr an eigener Verantwortung für Bayerns Schulen die flächendeckende Umsetzung bereits gesichert sei.

Der Gesetzentwurf, so Schmidt, ziele konkret zunächst einmal auf die Arbeit der bisher 49 bayerischen MODUS F-Schulen: Deren während der vergangenen sieben Jahre etablierte Strukturen sollen auf gesetzliche Füße gestellt werden.

Die praktischen Auswirkungen des Gesetzesvorhabens auf die Masse der bayerischen Schulen und damit die ganz große Mehrheit der Schüler und Lehrkräfte schätzt Philologenchef Schmidt dagegen als eher gering ein. Zur Begründung sagte er: „Zum einen ist das Konzept richtigerweise auf Freiwilligkeit angelegt. Das heißt, jede Schule muss und wird sich selbst ganz genau überlegen, ob es für sie sinnvoll ist, sich an den neu geschaffenen Möglichkeiten zu beteiligen. Zum anderen wird die Reichweite und die Wirksamkeit des Gesetzes durch die strenge Limitierung der zur Verfügung stehenden Mittel stark begrenzt: Sollte es das politische Ziel sein, einmal alle 4800 staatlichen Schulen zu eigenverantwortlichen Schulen weiterzuentwickeln, sind die jetzt vorgesehenen 60 Planstellen für die Umsetzung der größeren Eigenverantwortung und der erweiterten Schulleitung kaum mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.“ Das allein zeige schon, dass es noch ein langer Weg sein werde, bis eine größere Zahl an Schulen bereit und in der Lage ist, mit der größeren Eigenverantwortung verbundene neue Aufgaben und personalintensive neue Strukturen umzusetzen.

Auf die nächste Beurteilungsrunde an den Gymnasien, so Schmidt, werde die durch Gesetz ermöglichte Einführung einer erweiterten Schulleitung mit Vorgesetzteneigenschaften auf keinen Fall Auswirkungen haben: „Die Beurteilungsrichtlinien für 2014 sind bereits festgeklopft. Sie entsprechen dem bereits bekannten Verfahren.“

Schmidt kündigte an, dass sein Verband den Fortgang des Gesetzentwurfes und seine mögliche Umsetzung weiterhin sehr genau begleiten werde: „Das geplante Gesetz tangiert die Arbeit an unseren Schulen und deren Funktionsfähigkeit wie auch viele Kollegen im Innersten. Insbesondere Schulleitungen und die Personalräte stehen in einer ganz besonderen Verantwortung, die neuen Möglichkeiten auf Chancen wie Unwägbarkeiten für die eigene Schule hin abzuklopfen und gewinnbringend umzusetzen. Klar ist auf jeden Fall: Entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg des Gesetzes wird nicht allein der Gesetzestext sein, sondern die Mittel, die den Schulen zur Umsetzung zur Verfügung gestellt werden!“

Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy, Bayerischer Philologenverband, E-Mail:
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