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bpv-Chef Max Schmidt: „Prekäre Lage für Studienanfänger in Bayern ist nicht hinnehmbar!“

Anlässlich der morgigen Großdemonstration gegen die Mietpreisspirale in München appelliert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt an die Politik, besonders an die Studierenden zu denken.

„Die Lage für Studierende ist vielerorts prekär!“

Studierende leiden am meisten unter den hohen Mietpreisen und dem knappen Mietraum, der längst nicht mehr nur München betrifft. In der Landeshauptstadt sind die Wohnkosten mit mehr als 40 Prozent der studentischen Budgets am höchsten. „Die Lage für Studienanfänger ist dort besonders prekär“, so Schmidt. Aber auch in anderen bayerischen Universitätsstädten ist die Situation katastrophal. In Würzburg will man sich mit Matratzenlagern für Studenten behelfen, die Universität Bamberg reagiert mit Schlafcontainern auf dem Deck eines Parkhauses. Vielerorts in Bayern stehen Studienanfänger quasi auf der Straße und müssen bei Freunden oder Verwandten von Couch zu Couch ziehen. Studentenwohnheime haben oft ellenlange Warteliste, nicht selten im vierstelligen Bereich und Wohnheimplätze werden sogar verlost. Selbst Notunterkünfte sind überfüllt.

Schnelle Lösungen für jetzt, mehr Weitsichtigkeit für die Zukunft

"Solche Zustände sind himmelschreiend! Wie sollen sich die jungen Menschen auf ihr Studium konzentrieren, wenn sie nicht mal wissen, wo sie nächste Woche schlafen sollen?“, kommentiert Schmidt die Situation der Studierenden. Da liege sogar die Vermutung nahe, dass die schwierige Suche nach bezahlbarem Mietraum zu einem späteren Studienbeginn führen könne und damit das Gegenteil vom dem bezwecke, was die Politik eigentlich will, nämlich mehr Studierende in kürzerer Zeit. Der bpv-Vorsitzende fordert deshalb das Ende der kurzsichtigen Politik der letzten Jahre. „Das einseitige Schielen auf höhere Studierendenzahlen hat dazu geführt, dass die Politik die Folgewirkungen nicht im Blick hatte. Nun sind sie in Form von Wohnungsnot und verzweifelten Studenten greifbar. Wir brauchen schnelle Lösungen, um den jungen Menschen in der jetzigen Situation zu helfen, und zugleich für die Zukunft wieder mehr politische Weitsichtigkeit.“