BPV GEGEN UDE UND FÜR "INTELLIGENTES WIEDERHOLEN"

PHILOLOGENVERBAND ERTEILT UDE EINE ABSAGE UND PLÄDIERT FÜR „INTELLIGENTES WIEDERHOLEN“

Max Schmidt: „Abschaffung des Sitzenbleibens hilft nicht weiter. Es kommt darauf an, die Chance eines Wiederholungsjahres für Schüler effektiver und intelligenter zu gestalten.“

Alle aktuellen Umfragen für Beibehaltung des Sitzenbleibens

Als kontraproduktiv, wenig hilfreich und gegen den Willen der Bevölkerung gerichtet hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, Max Schmidt, die Forderung des SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Christian Ude, nach einer völligen Abschaffung des Sitzenbleibens bezeichnet. Damit habe sich Ude bei dieser Positionierung leider dem äußeren linken, ideologischen Flügel der Bildungspolitiker seiner Partei angeschlossen.

Schmidt verwies darauf, dass die derzeit auf den Internetseiten zahlreicher Medien zu dieser Frage laufenden Umfragen samt und sonders das gleiche Stimmungsbild zeigten: Die ganz große Mehrheit der Befragten lehnt eine generelle Abschaffung des Sitzenbleibens ab. An der Umfrage auf „BILD online“ beteiligten sich beispielsweise bislang über 13.000 Bürger. Über drei Viertel von ihnen votierten für die Beibehaltung des Pflichtwiederholens einer Jahrgangsstufe.

Pflichtwiederholungen in Bayern deutlich reduziert

Der bpv-Vorsitzende wies außerdem darauf hin, dass es in den letzten Jahren zum einen gelungen sei, die Zahl der Wiederholer in Bayern, insbesondere an den Gymnasien, deutlich zu reduzieren. Andererseits sei ein sinnvoll und intelligent gestaltetes Wiederholungsjahr für viele Schülerinnen und Schüler nach wie vor eine echte zusätzliche Chance, größere Lücken aus dem Stoff der Vorjahre in einzelnen Fächern wirksam zu schließen und damit die Grundlage für einen erfolgreichen Schulabschluss neu zu legen. Der bpv-Vorsitzende betonte: „Wer auf der einen Seite Flexibilität fordert und darauf pocht, jedem Schüler seine individuelle Lernzeit einzuräumen, kann nicht auf der anderen Seite Jugendlichen diese Möglichkeit eines Zusatzjahres bei unzureichenden Leistungen in mehreren Fächern vorenthalten!“

Ausbau gezielter Förderangebote wichtig

Insgesamt gehe es, so Schmidt, darum, Schülerinnen und Schülern mit Leistungsproblemen zu helfen und Förderangebote zu machen, um ihnen zu ermöglichen, den angestrebten Abschluss doch noch zu erreichen. Das könnten präventive Förderkurse sein, das könne aber auch ein sinnvoll genutztes Wiederholungsjahr sein. Der bpv-Vorsitzende wörtlich: „Sinnvoll genutzt heißt, dass individuell abgestimmt in die Fächer, in denen Leistungsrückstände vorhanden sind, zusätzliche Stundenkontingente und Ressourcen fließen, während andere Fächer in diesem Wiederholungsjahr gekürzt werden könnten. Das wäre eine effektivere Form des Wiederholens, die allerdings eine bessere Personalausstattung der Schulen erfordert.“

Eine komplette Abschaffung des Sitzenbleibens, wie Ude sie fordere, so Schmidt, würde zwangsläufig zu höheren Versagensquoten bei den Abschlussprüfungen führen bzw. die Schüler der Notwendigkeit entheben, den Stoff nachzulernen. Wer im Übrigen glaube, durch entsprechende Förderung jeden Schüler zu jedem Abschluss bringen zu können, täusche sich. Der bpv-Vorsitzende abschließend: „Zu einer erfolgreichen Förderung gehört auch immer jemand, der dieses Förderungsangebot aktiv wahrnimmt. Weil dies gerade in der Phase der Pubertät nicht immer der Fall ist, wird auch in Zukunft auf das Sitzenbleiben nicht völlig verzichtet werden können.“

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Peter Missy, Bayerischer Philologenverband
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