BAYERISCHE SCHÜLER GUT, ABER NICHT SEHR GUT

Ergebnisse des IQB-Ländervergleichs 2012

Zu den Ergebnissen des IQB-Ländervergleichs 2012 zu mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I stellt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt fest: „Wir freuen uns, dass die bayerischen Schülerinnen und Schüler im Bundesvergleich überdurchschnittlich gut abschneiden und die für die 9. Jahrgangsstufe vorgegebenen Kompetenzen in Mathematik und den Naturwissenschaften bereits ein Jahr früher als vorgesehen erreichen. Gleichwohl hat Bayern nur ein Gut und kein Sehr Gut erreicht. In Mathematik beispielsweise ist Sachsen ganz klar auf Platz 1, Bayern auf 4.“

Stundenausstattung in der Grundschule entscheidender Faktor

Eine mögliche Erklärung findet Schmidt in den Stundentafeln des sächsischen Siegers: Das Fundament für das besonders gute Abschneiden werde in der Grundschule gelegt: Sächsische Grundschüler haben in den Klassen 1 bis 4 je 5 Wochenstunden Mathematik. Die besondere Wertschätzung, die dieses Fach dort traditionell genießt, setzt sich mit dessen guter Stundenausstattung am Gymnasium fort: In den Jahrgangsstufen 5 bis 10 nimmt die Mathematik mit insgesamt 25 Wochenstunden einen prominenten Platz ein.

Der bpv-Vorsitzende schlussfolgert aus den Ergebnissen: „Die Basis für den Erfolg in den weiterführenden Schularten wird bereits in den Grundschulen gelegt. Wir wissen, dass es für den Lernerfolg und die Kompetenzentwicklung der Schüler von großer Bedeutung ist, dass basale Fächer wie Mathematik und Deutsch von Anfang bereits an der Grundschule einen hohen Stellenwert genießen. Stundenkürzungen, wie sie Bayern vor Jahren im Fach Deutsch zugunsten des Grundschulenglisch durchgeführt hat, sehe ich daher höchst kritisch.“ Schmidt erinnerte in diesem Zusammenhang an die Umfrage seines Verbandes vor einem Jahr, die dem Englischunterricht in der Grundschule ein sehr bescheidenes Zeugnis ausgestellt habe (vgl. http://www.bpv.de/downloads/praesentation_grundschulumfrage.pdf [1.141 KB] ) ; stattdessen, sagte Schmidt abschließend, solle man - auch vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung - besser die Fächer Mathematik und Deutsch stärken.