ANKÜNDIGUNGEN SCHÖN, REALISIERUNG UNGEWISS

Philologenverband zu Spaenles Ausblick auf das kommende Schuljahr:

Ankündigungen schön, Realisierung teilweise ungewiss
„Der Kultusminister hat viel Sonnenschein über den bayerischen Schulen in Aussicht gestellt. Ich wünsche ihm wie uns, dass er mit seinem frühen Ausblick auf das kommende Schuljahr recht behalten wird und unser Schulalltag von der Realität nicht doch noch verhagelt wird“, kommentiert Max Schmidt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), die Ausführungen Dr. Spaenles nach der heutigen Ministerratssitzung in München. Das Kultusministerium und seine politische Spitze hätten tatsächlich große Anstrengungen unternommen, erkannte Schmidt an, das kommende Schuljahr gut vorzubereiten. An den Gymnasien sei man besonders gespannt auf die Umsetzung des nun flächendeckend angebotenen Flexibilisierungsjahres: „Die Möglichkeit, dass jeder Schüler individuell mehr Zeit und Förderung auf dem Weg zum Abitur erhalten kann, ist eine sehr gute Sache. In welchem Maße die Schülerinnen und Schüler jedoch dieses Angebot nutzen und welche Herausforderungen sich dadurch bei der Umsetzung ergeben, ist aber logischerweise noch unklar.“ Schüler und Eltern können die Entscheidung bis spätestens zwei Wochen nach Ende des Halbjahres treffen. Schmidt weist darauf hin, dass die Umsetzung vor Ort schulspezifische Lösungen erfordert: „Hier müssen individuelle Konzepte entwickelt werden, die es ermöglichen, auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler passgenau einzugehen und gleichzeitig den an der jeweiligen Schule zur Verfügung stehenden Ressourcen Rechnung zu tragen.“ Für sehr wünschenswert hält Schmidt es, dass das Flexibilisierungsjahr nicht nur von Schülern am Rande des Wiederholens genutzt wird, sondern auch ein echtes Angebot für spezielle Begabungen darstellt. „Hierzu,“ macht er aufmerksam, „bedarf es jedoch attraktiver Förderangebote – eben nicht nur für Schwächere. Und dazu braucht es entsprechende personelle Ressourcen. Diesen September beispielsweise beginnen circa 1300 Referendare ihre Ausbildung an Seminarschulen in Bayern. In den kommenden Jahren werden viele sehr gut ausgebildete Nachwuchslehrkräfte zur Verfügung stehen. Hier liegt eine echte Chance, die nicht ungenutzt bleiben darf: Individuelle Förderung – auch für besonders Begabte – kann ausgebaut werden, für Ganztagsangebote steht qualifiziertes Personal zur Verfügung und nachdem viele Deutschlehrkräfte unter den Absolventen sein werden, besteht die Möglichkeit, gezielte Sprachförderung für Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte oder aus bildungsfernen Elternhäusern zu gestalten!“