RECHTSSICHERHEIT BEI DIGITALEN KOPIEN

Endlich Rechtssicherheit beim digitalen Vervielfältigen an Schulen!

„Die Kuh ist endlich vom Eis“, freut sich der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt über die gestern verkündete Einigung zwischen den Bundesländern und den Verwertungsgesellschaften der Verlage in der Frage des digitalen Vervielfältigens urheberrechtlich geschützter Werke für Unterrichtszwecke durch Lehrkräfte.

Die Lehrkräfte an Schulen in Deutschland dürfen voraussichtlich ab 01. Januar kommenden Jahres urheberrechtlich geschützte Inhalte aus Büchern und Unterrichtswerken auch digital vervielfältigen und ihren Schülerinnen und Schülern im Unterricht zugänglich machen. Nach der bisherigen Fassung des Gesamtvertrages war eine digitale Nutzung urheberrechtlich geschützter Unterrichtsmaterialien an Schulen nicht zulässig; es durften lediglich analoge Kopien aus Schulbüchern und sonstigen Unterrichtsmaterialien angefertigt werden. Zur Überprüfung der Einhaltung dieser Vorgaben war ursprünglich sogar der Einsatz einer Plagiatssoftware („Schultrojaner“) an den Schulen vorgesehen gewesen. Auf Druck insbesondere des Deutschen Philologenverbandes und etlicher seiner Landesverbände, so auch des Bayerischen Philologenverbandes, wurde seitens der Rechteinhaber auf einen Einsatz der Software verzichtet.

„Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung wird eine Forderung des Philologenverbandes erfüllt und es kehrt endlich wieder Rechtssicherheit in den Unterrichtsalltag an den Schulen ein“, begrüßte der bpv-Vorsitzende Schmidt die ausgehandelte Regelung, „denn die Beibehaltung der bisherigen Vorschrift, dass keine Unterrichtsmaterialien elektronisch vervielfältigt werden durften, hätte einen modernen mediengestützten Unterricht verhindert“, so Schmidt.

Der Philologenverband begrüßt, dass, ähnlich wie bei gedruckten Medien, künftig 10 Prozent eines Druckwerks (maximal 20 Seiten) von Lehrkräften für die Veranschaulichung des eigenen Unterrichts eingescannt, auf Speichermedien wie USB-Sticks abgespeichert und über Träger wie Whiteboards, d.h. elektronische Tafeln, den Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht werden dürfen.

Schmidt abschließend: „Die Bundesländer haben unter ihrem bayerischen Verhandlungsführer eine gute und praxisgerechte Regelung vereinbaren können. Wir Lehrer können endlich aufatmen, besteht doch nun endlich Rechtssicherheit. Damit können an unseren Schulen ein moderner Unterricht angeboten und die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler entsprechend gefördert werden.“

Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy
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